Blinder Glaube, fette Beute: Wie eine falsche Kirche Gläubige zu Drogenkurieren machte

Asunción: Richter Osmar Legal hat beschlossen, das Verfahren gegen vier Personen, die beschuldigt werden, Teil eines internationalen Marihuana-Schmuggelrings zu sein, zur mündlichen Hauptverhandlung zuzulassen. Die Gruppe operierte unter der Fassade religiöser Reisen, die von einer vermeintlichen Umbanda-Kirche organisiert wurden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zeigen, dass die Gruppe Fernreisebusse nutzte, um Drogen aus dem Departement Central in nach Brasilien zu transportieren. Das Rauschgift war in speziell angefertigten Geheimverstecken in den Bussen versteckt. Die Reisen wurden als “All-inclusive“-Pilgerfahrten getarnt, wobei die gläubigen Anhänger als menschliche Schutzschilde dienten, um keinen Verdacht zu erregen.

Der Fall kam ins Rollen, nachdem der Geheimdienst der Antidrogenbehörde Senad am 15. Oktober 2024 einen Bericht über das Netzwerk veröffentlichte. Laut den Daten agierte die Organisation unter dem Namen einer vermeintlichen religiösen Einrichtung namens Centro Espiritual Ile Mbokaja Ñuati Conga Pae Marcos de Oxossi, die Auslandsreisen bewarb.

Laut Anklage war Wilfrido Severino Estigarribia Benítez, alias “Wil“, einer der Logistik-Köpfe. Er stellte sein Haus in Pedro Juan Caballero als strategischen Punkt zur Verfügung. Dort stiegen die Passagiere unter dem Vorwand einer Rast aus, während der Bus mit den Marihuana-Ladungen präpariert wurde.

José María Godoy Fretes und Leandro Javier Zeballo fungierten als Fahrer der Busse. Zeballo war zudem für den Einbau doppelter Böden unter den Sitzen und die Verwaltung der Reisedokumente zuständig.

Der entscheidende Zugriff erfolgte am 15. März 2025, als Senad-Spezialagenten den Bus in Pedro Juan Caballero abfing und 2.196 Kilogramm Marihuana sicherstellten. Die Gruppe war einen Tag zuvor in San Lorenzo mit zahlreichen Passagieren aufgebrochen, die im Glauben waren, an einer religiösen Veranstaltung in Naviraí (Brasilien) teilzunehmen. Der Reiseleiter Gabriel Marino Dávalos Cartasso, bekannt als “Pai“, soll die Gläubigen rekrutiert und die Reise organisiert haben.

Die Ermittler sind überzeugt: Die religiöse Tarnung sollte dazu dienen, Grenzkontrollen ohne Verdacht zu passieren, um die illegale Fracht ungehindert schmuggeln zu können.

Wochenblatt / adn digital

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