Villa Hayes: Seit elf Jahren gibt es noch immer keine Entscheidung im Verfahren gegen den ehemaligen Gouverneur von Presidente Hayes, Óscar Venancio Núñez. Derzeit ist der Fall vor dem Multifuero-Berufungsgericht von Villa Hayes weiterhin ungelöst, obwohl seit dem Urteil, das ihn zu elf Jahren Haft verurteilte, bereits mehr als zwei Jahre vergangen sind.
Bereits in der Ermittlungsphase dauerte es acht Jahre, bis der Fall vor Gericht kam, aufgrund der ständigen Verzögerungstaktiken, die sich während des Prozesses fortsetzten und diesen erneut um elf Monate verzögerten. Damit sind es insgesamt 9 Jahre, zuzüglich der 2 Jahre im Berufungsverfahren.
Der Bruder des derzeitigen Kongresspräsidenten, Basilio Bachi Núñez, wurde am 15. Dezember 2023 zu 11 Jahren Haft sowie 10 Jahren Ausschluss von öffentlichen Ämtern verurteilt.
Wie die Richter feststellten, wurde im Verfahren die Funktionsweise eines Systems nachgewiesen, das eine millionenschwere Unterschlagung von Geldern der Departementsregierung zur Folge hatte und dem paraguayischen Staat einen Schaden in Höhe von 52,5 Milliarden Guaraníes verursachte, mehr als 7 Millionen Euro.
Sie wiesen darauf hin, dass Óscar „Ñoño“ Núñez sich der Unterschlagung zum eigenen Vorteil schuldig gemacht habe, indem er Mittel der Departementsregierung missbrauchte.
Ebenfalls wegen desselben Tatbestands wurden ein weiterer ehemaliger Gouverneur, Emigdio Benítez, sowie zwei weitere Personen verurteilt. Zuvor waren bereits vier weitere Personen in denselben Fall verwickelt.
Im mündlichen Verfahren schilderten Zeugen Schritt für Schritt, wie Núñez ihnen Schecks aushändigte, sei es zur Begleichung von Schulden aus Pferdewetten oder für andere Zwecke. Einige gaben an, die Schecks eingelöst zu haben, jedoch nur, um sie den Verurteilten wieder auszuhändigen.
Neben der Berufung ist auch eine Verfassungsklage vor der Verfassungskammer des Gerichts anhängig.
Zwar ordneten die Richter im Dezember 2023 die Inhaftierung des ehemaligen Gouverneurs an, doch im Dezember 2024 wurde ihm Hausarrest gewährt, der bis heute andauert.
Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müssen ihm daher bis heute ein Jahr und drei Monate Hausarrest von der elfjährigen Haftstrafe abgezogen werden. Bislang haben die Richter jedoch noch keine Entscheidung getroffen.
Wochenblatt / Última Hora














