Beben im Vatikan: Acevedo enthüllt die Hintergründe des “Gringo-Streits“ zwischen Trump und Leo

Asunción: Der verbale Schlagabtausch zwischen Papst Leo XIV. und US-Präsident Donald Trump inmitten des eskalierenden Konflikts mit dem Iran hat eine neue weltweite Debatte über die Rolle der Kirche in der internationalen Politik entfacht. Eine Rolle, die laut dem ehemaligen paraguayischen Außenminister Euclides Acevedo keine Neutralität zulässt.

In einem Interview mit der Sendung “Así son las cosas“ (Radio Universo 970 AM und Kanal GEN) erinnerte Acevedo daran, dass der Papst nicht nur ein geistliches Oberhaupt, sondern auch ein Staatsoberhaupt sei. Daher sei er “unweigerlich verpflichtet, sich in die Angelegenheiten der internationalen Welt einzumischen“.

Der Ex-Minister bezeichnete den Disput als “Reiberei unter Gringos“ und wies darauf hin, dass sowohl Trump als auch Leo XIV. dieselben kulturellen Wurzeln teilen. „Trump sagt: ‚Hören Sie auf, den Politiker zu spielen, und werden Sie ein guter Papst‘, während Leo XIV. antwortet, dass er seine evangelische Mission fortsetzen werde, nämlich für den Frieden zu kämpfen“, erklärte er.

In diesem Sinne betonte Acevedo, dass der Pontifex sich nicht aus dem Konflikt heraushalten könne. „Er kann angesichts eines Problems, das die ganze Welt betrifft, keine neutrale Position einnehmen“, bekräftigte er.

Acevedo äußerte sich auch zum Hintergrund des Iran-Konflikts und gab an, dass der Hauptstreitpunkt die nukleare Entwicklung sei. „Die Urananreicherung wird vom Iran als legitim erachtet, stellt aber für die USA und insbesondere für Israel eine Gefahr dar“, so Acevedo. Er warnte zudem, dass der anfängliche Optimismus über eine mögliche Entspannung nach dem Scheitern internationaler Verhandlungen “nur sehr kurz anhielt“. „Diese Situationen heizen die Spannungen im Nahen Osten erneut an,“ betonte Acevedo.

Darüber hinaus warnte der Ex-Minister vor den globalen wirtschaftlichen Folgen des Konflikts, die auch Paraguay betreffen. „Düngemittel, die 2.100 Dollar kosteten, könnten auf 3.000 Dollar steigen, und die Sojaproduktion wird sich spürbar verteuern“, gab er zu bedenken. Die Krise dürfe nicht nur militärisch, sondern müsse auch wirtschaftlich analysiert werden.

Abschließend drängte Acevedo auf eine tiefere Analyse und eine kluge Außenpolitik. „Es ist ratsam, auf seriöse Informationen und Analysen zu setzen, damit unsere Präsenz in der Welt vernünftig und pragmatisch bleibt und wir nicht nur im medialen Schlagabtausch verharren“, schloss er.

Wochenblatt / adn digital / X / Beitragsbild Archiv

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