Generation Always-On: 72 % der Studierenden in Paraguay zeigen Entzugserscheinungen ohne Smartphone

Asunción: Die Untersuchung basiert auf einer Umfrage unter 500 Studierenden zwischen 18 und 29 Jahren. Sie analysierte den Zusammenhang zwischen digitalen Kompetenzen und Verhaltensweisen, die mit einer übermäßigen Smartphone-Nutzung einhergehen.

Laut einer in der Fachzeitschrift Behavioral Sciences veröffentlichten Studie gaben 72 % der Universitätsstudenten an, häufige Ablenkung oder Angstzustände im Zusammenhang mit ihrem Mobiltelefon zu erleben. Die Untersuchung zeigt, dass eine höhere digitale Kompetenz signifikant mit einer geringeren problematischen Handynutzung unter paraguayischen Studierenden korreliert.

Der Artikel mit dem Titel “Digitale Kompetenz als psychologische Verteidigung: Auswirkungen digitaler Kompetenz auf die problematische Mobiltelefonnutzung bei paraguayischen Universitätsstudenten“ wurde von Oberleutnant Derlis Cáceres Troche (Doktorand an der Autonomen Universität Madrid) in Zusammenarbeit mit internationalen Forschern entwickelt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Umfrage unter 500 Teilnehmenden ergab, dass Studierende mit höheren digitalen Fähigkeiten seltener Anzeichen von Sucht oder problematischem Verhalten zeigten. Sie wiesen eine geringere emotionale Abhängigkeit vom Gerät auf. Zu den problematischen Gewohnheiten zählen:

-84 % prüfen Benachrichtigungen sofort und zwanghaft.

-71 % nutzen das Handy länger als ursprünglich geplant.

-69 % nutzen soziale Netzwerke während des Lernens.

-63 % betreiben Multitasking mit nicht-akademischen Apps.

Bildung als Schutzfaktor

Troche betonte, dass die Studie im paraguayischen Kontext besonders relevant sei, da der Zugang zu mobilen Geräten in den letzten Jahren rasant gestiegen ist. Problematische Nutzung beeinträchtige nicht nur die akademische Leistung, sondern auch die Schlafqualität und die psychische Gesundheit.

Anstatt auf Verbote zu setzen, schlägt die Arbeit vor, die digitale Bildung als Präventionsstrategie zu stärken.

„Es geht nicht darum, die Nutzung von Technologie zu reduzieren, sondern die Art und Weise ihrer Nutzung zu verbessern“, so der Forscher.

Fazit und Ausblick

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass digitale Kompetenz als “psychologischer Schutzmechanismus“ fungiert. Die Ergebnisse bieten eine empirische Basis für die öffentliche Politik: Die Integration von Programmen zur digitalen Alphabetisierung in das Bildungssystem könnte nicht nur technologische Fähigkeiten fördern, sondern auch zum allgemeinen Wohlbefinden der Studierenden beitragen.

Wochenblatt / Mas Encarnación

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