Edelira: Die Polizei hat den mutmaßlichen Killer des im März in San Rafael del Paraná ermordeten Produzenten Pedro Edson Senn Yohan (42) gefasst. Nach dem Fund erdrückender Beweismittel und einem Geständnis gehen die Ermittler von einem eiskalten Auftragsmord aus. Hintergrund der Tat ist offenbar ein eskalierter Streit um landwirtschaftliche Flächen.
Ein entscheidender Ermittlungserfolg ist der Kriminalpolizei im Departement Itapúa gelungen: Am gestrigen Dienstagnachmittag klickten bei Kilometer 24 im Bezirk Edelira die Handschellen für den 54-jährigen Hugo Enrique Rojas Ríos. Er gilt als dringend verdächtig, am 12. März dieses Jahres den bekannten Landwirt Yohan in der Aurora-Kolonie von San Rafael del Paraná grausam getötet zu haben.
Das Motiv: Ein tödlicher Streit um Sojaland
Im Fokus der Ermittlungen steht nun das Motiv für das Verbrechen. Das 42-jährige Opfer war ein erfolgreicher Sojabauer, der in der Region mehr als 100 Hektar Land bewirtschaftete. Nach Angaben der Behörden fügt sich das Bild immer deutlicher zusammen: Ein erbitterter Streit um Landbesitz soll das Motiv gewesen sein, weshalb der oder die Drahtzieher beschlossen, den Produzenten aus dem Weg zu räumen.
Die Tat selbst war von extremer Brutalität geprägt: Der Sojabauer wurde hinterrücks überrascht und durch mehrere Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf getötet.
Täter gesteht: Es war ein bezahlter Mord
Dass es sich um ein bestelltes Verbrechen handelt, bestätigte der Leiter der Ermittlungsabteilung, Joel Cabrera. Der festgenommene Ríos hat bereits gestanden, Geld für die Tötung des Landwirts erhalten zu haben. Die Ermittler arbeiten nun unter Hochdruck daran, die Identität des intellektuellen Urhebers – also des Auftraggebers im Hintergrund – aufzudecken.
Der Fahndungserfolg basiert auf akribischer Polizeiarbeit. Die Ermittler werteten das Material von über 100 Überwachungskameras entlang einer 50 Kilometer langen Strecke zwischen Edelira und San Rafael aus. So konnten die Fluchtroute rekonstruiert und die Verdächtigen identifiziert werden.
Belastende Beweismittel in der Wohnung des Verdächtigen
Bei einer Durchsuchung im Haus des Festgenommenen stießen die Beamten auf erdrückende Beweise, die ihn direkt mit dem Tatort verbinden.
Sichergestellt wurden unter anderem:
-Ein unregistriertes, blaues Motorrad der Marke Star (Modell 110 Dax, Baujahr 2024).
-Eine auffällige, fluoreszierend grüne Warnweste.
-Eine hellblaue Kapuzenjacke mit weißen Details.
Sowohl das Motorrad als auch die Kleidung stimmen exakt mit den Videoaufzeichnungen vom Tattag überein.
Komplize auf der Flucht
Nach einem zweiten Tatbeteiligten wird bereits per Haftbefehl gesucht. Laut Polizeiangaben handelt es sich dabei mutmaßlich um einen Kriminellen, der aus der argentinischen Justiz geflüchtet ist. Die paraguayischen Behörden bereiten derzeit die Beantragung eines internationalen Haftbefehls vor.
Der zuständige Staatsanwalt Walter Castro bestätigte, dass die Anklagebehörde nach den jüngsten Erkenntnissen und dem Geständnis des Inhaftierten die Ermittlungen wegen eines tödlichen Auftragsmordes vollumfänglich stützt und weiter vertieft.
Wochenblatt / ABC Color















