Atome: Befürworter verteidigen Festpreis, um 1 Milliarde US-Dollar zu sichern – trotz Warnungen vor schwerem Schaden für die ANDE

Asunción: Die Debatte um die Zukunft des Unternehmens Atome und seinen umstrittenen Vertrag mit der nationalen Elektrizitätsverwaltung (ANDE) erhält neue Impulse: Der Ökonom und Finanzberater Amílcar Ferreira sprach sich öffentlich für einen langfristigen Vorzugstarif aus, um eine Investition von 1 Milliarde US-Dollar zu ermöglichen.

Seine Meinung steht im krassen Gegensatz zu Fachleuten der Branche und Wirtschaftsvertretern, die vor einem unmittelbaren finanziellen Schaden für das staatliche Unternehmen warnen – zudem werfen sie Atome vor, seit 2021 keinerlei praktische Umsetzung von Projekten vorzuweisen.

Der Spezialist für Unternehmensfinanzen Amílcar Ferreira legte auf seinem X-Account dar, dass Paraguay diese Gelegenheit nicht verpassen dürfe. „Das ist eine Leitinvestition, die weitere Unternehmen anzieht und große Auswirkungen auf Beschäftigung, Exportmöglichkeiten und Ernährungssicherheit hat. Zum ersten Mal wird unser Land dadurch auf der Karte privater Investitionen erscheinen“, betonte er.

Nach Einschätzung des Wirtschaftsanalytikers erfordern Projekte dieser Art unbedingte Planungssicherheit bei ihrem wichtigsten Kostenfaktor: der elektrischen Energie. Das sei eine zentrale Voraussetzung der internationalen Finanzbanken, die solche Vorhaben unterstützen.

Er schlug vor, den Strompreis für Atome auf dem aktuellen Niveau für Großindustrien festzulegen und ihn über 10 Jahre einzufrieren – das ist der geschätzte Zeitraum, in dem die aufgenommenen Kredite zurückgezahlt werden müssen.

„Durch eine kluge Vertragsgestaltung, bei der die Anforderungen des Projekts und die finanzielle Stabilität der ANDE ausgewogen berücksichtigt werden, lässt sich diese strategische Investition verwirklichen – sie wird ein Meilenstein für das Land sein. Das ist absolut machbar“, erklärte Ferreira.

Geteilte Meinungen innerhalb der RegierungDie Position des Experten deckt sich mit der klaren wirtschaftlichen Unterstützung, die Vertreter der Exekutive zum Ausdruck brachten – selbst nachdem Präsident Santiago Peña am 9. Juni alle Verordnungen außer Kraft gesetzt hatte, die stromintensive Unternehmen begünstigten.

Der Regierungschefamtsleiter Javier Giménez hatte bereits argumentiert, dass der von Atome geforderte Tarif von 30 US-Dollar pro Megawattstunde weder einen wirtschaftlichen Nachteil für das staatliche Energieunternehmen darstelle noch eine staatliche Vergünstigung sei. „Eine Subvention ist per Definition ein Preis, der unter den tatsächlichen Kosten liegt“, rechtfertigte er sich. Er fügte hinzu, dass die Versorgungskosten für Industrien dieser Größenordnung bei etwa 28 US-Dollar pro Megawattstunde lägen – damit wollte er die technischen Kritikpunkte entkräften.

Keine Fortschritte – und wachsende Sorgen im staatlichen UnternehmenDer Leiter der ANDE, Ingenieur Félix Sosa, steht im Zentrum der Auseinandersetzung: Er muss die finanzielle Gesundheit der Behörde verteidigen, während er unter Druck gesetzt wird, dem Vertrag zuzustimmen.

Sosa warnte öffentlich, dass der von Atome angestrebte Tarif die tatsächlichen Betriebskosten nicht decke. Er legte zudem offen, dass die Stromerzeugungskosten in Paraguay bis zum Jahr 2043 auf 50 US-Dollar pro Megawattstunde steigen werden – damit wäre ein Preisstopp über 15 Jahre unmöglich umzusetzen.

Parallel dazu enthüllte Bruno Vaccotti, Leiter des Unternehmens Penguin, dass Atome seit 2021 keinerlei Infrastrukturprojekte realisiert habe. „Das Unternehmen hat sofort Forderungen gestellt und Bedingungen festgelegt, ohne auf Gegenseitigkeit zu achten. Zweimal wurde die Leistungszusage im Vertrag erweitert – aber bis heute wurde nicht eine einzige Umspannstation errichtet“, kritisierte er.

Gefahr hoher Verluste für den StaatZudem wenden sich Fachleute gegen die Äußerungen des Ministers für Industrie und Handel, Marco Riquelme, der behauptet hatte: „Die Aufgabe der ANDE ist nicht, Gewinne zu erwirtschaften, sondern das Land weiterzuentwickeln.“

Ingenieur Javier Villate ist der Ansicht, dass ein Vorzugstarif über mehr als zehn Jahre keine Entwicklungspolitik darstellt, sondern eine „versteckte Subvention“ – deren Kosten letztlich alle Steuerzahler in Paraguay tragen müssten.

Dieser Warnung schließt sich Fabián Cáceres an, ehemaliger technischer Leiter der ANDE. Er bewertete den Vorschlag klar: „Ein Preis von 30 US-Dollar pro Megawattstunde liegt unter den tatsächlichen Kosten. Das kann jeder Fachmitarbeiter der ANDE bestätigen, der sich mit der Tarifstruktur auskennt.“

Wochenblatt / Abc Color

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