Zeltlager wegen anonymer Anzeige geplatzt

Piribebuy: Eine behördenübergreifende Delegation hat Dienstagnachmittag ein Schülerlager einer traditionsreichen katholischen Schule aus Asunción in Piribebuy kontrolliert. Vorausgegangen war eine Anzeige über die unzureichenden Unterbringungsbedingungen für Jugendliche sowie über mutmaßliche Gewaltsituationen.

Eine Delegation aus Vertretern des Ministeriums für Kinder und Jugendliche (MINNA), der Kinderschutzbehörde Codeni aus Piribebuy und lokalen Behörden schritt gestern Nachmittag nach einem Hinweis über die Notrufnummer 147 (Fono Ayuda) bei einem Schülerlager ein, das in Piribebuy stattfindet.

Die Anzeige bezog sich auf das Fehlen angemessener Bedingungen für die Unterbringung der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sowie auf mutmaßliche Gewaltsituationen, wie Quellen des MINNA gegenüber der Zeitung ABC bestätigten.

Bei der Inspektion stellte das Team fest, dass das Gelände nicht die notwendigen Voraussetzungen für die Übernachtung der Minderjährigen erfüllte, insbesondere angesichts der derzeit herrschenden niedrigen Temperaturen.

Hauptbereich des Schülerlagers einer katholischen Schule aus der Hauptstadt in Piribebuy, Departement Cordillera, das von der Codeni, dem Ministerium für Kinder und Jugendliche und der Polizei kontrolliert wurde.

„Es wurde ein Mangel an angemessenen Ruheplätzen festgestellt, eine begrenzte Anzahl von Matratzen – mehrere davon in schlechtem Zustand – sowie das Fehlen von ausreichend Decken und Laken, um den Bedarf aller Teilnehmer zu decken“, heißt es in einem Bericht des MINNA. Zu den mutmaßlichen Gewaltsituationen wurden keine näheren Details genannt.

161 Teilnehmer vor Ort

Der Hauptverantwortliche der Organisation teilte den Beamten mit, dass insgesamt 161 Personen, darunter Kinder und Jugendliche, an dem Lager teilnahmen. Zudem konnte das behördenübergreifende Team bei der Überprüfung der Dokumente nicht zweifelsfrei feststellen, ob für alle anwesenden Kinder und Jugendlichen die entsprechenden Einverständniserklärungen der Eltern vorlagen.

Auf den während des Einsatzes veröffentlichten Bildern sind Reste von alkoholischen Getränken zu sehen. Ebenso dokumentiert wurden Betten ohne Matratzen, unzureichend gegen die Kälte der letzten Tage geschützte Bereiche sowie provisorische Installationen auf dem Gelände. Darüber hinaus lagen Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände der Kinder und Jugendlichen an verschiedenen Stellen des Geländes verstreut herum.

Polizeischutz wurde angeordnet

Später traf die öffentliche Verteidigerin (Defensora Pública) Lorena Ledesma vor Ort ein, um eine Überprüfung durchzuführen. Sie ordnete die Präsenz von Beamten der Nationalpolizei an, um das Gelände während des weiteren Verlaufs des Lagers präventiv zu sichern und zu bewachen.

MINNA empfahl Absage der Übernachtungen

Laut dem Bericht des MINNA wurden die während des Einsatzes gemachten Feststellungen protokolliert. Es wurde empfohlen, unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um angemessene Unterbringung, Sicherheit, Kälteschutz und das Wohlergehen der Teilnehmer zu gewährleisten.

Ebenso teilte das MINNA mit, dass es empfohlen habe, die Übernachtungen vor Ort so lange auszusetzen, bis die Mindestgarantien für die Unterbringung der Minderjährigen erfüllt seien. Dieser Empfehlung folgte die öffentliche Verteidigerin laut Angaben des Ministeriums jedoch nicht.

Aufgrund dieser Entscheidung verbleiben die Minderjährigen während des laufenden Zeltlagers unter der Aufsicht der Nationalpolizei und der öffentlichen Verteidigung (Defensoría Pública).

Vertreter des MINNA erklärten, dass die gesammelten Daten derzeit noch ausgewertet werden und sich das Verfahren in einer vorläufigen Phase befindet. Zudem wurden die Organisatoren des Lagers vorgeladen, um den Fall zu besprechen.

Das Zeltlager für Kinder und Jugendliche, organisiert von der Elternvereinigung „Dios, Patria y Familia“ (Gott, Vaterland und Familie) in Piribebuy, Cordillera, das von der Codeni, dem Ministerium für Kinder und Jugendliche und der Nationalpolizei kontrolliert wurde.

CC
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