Viel Schein, kein Titel: Das dubiose Geschäft mit den deutschen Auswanderern in Guairá

Villarrica: Eine geschlossene Wohnanlage von Deutschen im Department Guairá wurde im Rahmen von Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Immobilien- und Öko-Anlagebetrugs durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft intervenierte zuerst im Wohnhaus der Projektverantwortlichen und anschließend in den Büros des Unternehmens, um Verträge, Buchhaltungsunterlagen und elektronische Geräte sicherzustellen.

Die Durchsuchung begann im Wohnhaus von Benedikt Michale und Iwona Schellenbacher, das sich in der geschlossenen Wohnanlage Itatí Pirámides Naturales in Mbocayaty (Guairá) befindet.

Anschließend begab sich die Delegation zu den Büros des mit dem Projekt verbundenen Unternehmens (Nature Invest S.A.), wo weitere Dokumente und elektronische Geräte beschlagnahmt wurden.

Der Hintergrund der Ermittlungen

Die Ermittlungen wurden durch die Anzeige eines in Deutschland lebenden Ehepaars ausgelöst. Dieses gibt an, rund 400.000 Euro für forstwirtschaftliche Investitionen, den Anbau von Heilpflanzen, die Produktion von Zitronen und andere agroökologische Projekte in Paraguay übergeben zu haben.

Die Verträge wurden im Jahr 2023 unterzeichnet, doch laut Anzeige haben die Geschädigten bis heute weder die versprochenen Gewinne erhalten noch ihr Kapital vollständig zurückbekommen. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass es sich bei der Kapitalbeschaffung in Wirklichkeit um eine betrügerische Struktur handelt.

Luxushäuser ohne Eigentumstitel und Straßen

Die geschlossene Wohnanlage verfügt zwar über luxuriöse und hochpreisige Häuser, hat jedoch weder asphaltierte noch gepflasterte Straßen. Den vorliegenden Berichten zufolge erhalten die Käufer lediglich private Verträge, aber keine echten, individuellen Eigentumstitel.

Auch die Gebäude seien nicht unabhängig im Grundbuch registriert, weshalb das gesamte Areal steuerlich weiterhin als einfaches, ländliches Grundstück eingestuft ist.

Die Staatsanwaltschaft plant als nächsten Schritt, jene Ländereien zu inspizieren, auf denen angeblich der Anbau, die forstwirtschaftliche Nutzung und sogar die versprochene Schmetterlingszucht stattfinden sollten. Wir werden morgen darüber mehr berichten.

Wochenblatt / Vision Comunicaciones

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