Recht auf Vergessenwerden vs. Klick-Gier: Der Fall Bell Ibarra im Fokus der digitalen Ethik

Asunción: Die Content-Creatorin Bell Ibarra musste beim morgendlichen Blick in die sozialen Netzwerke feststellen, dass sie angeblich wegen Sextortion verhaftet worden sei – eine Meldung, die von Internetnutzern und digitalen Nachrichtenmedien hunderte Male geteilt wurde. Die Information stammt jedoch aus vergangenen Jahren, wurde aber so verbreitet, als sei sie brandneu, was für Ibarra ein riesiges Chaos auslöste.

„Es wird etwas verbreitet, das nicht wahr ist. Auf Facebook wurden gefühlt 50 Seiten erstellt, um mich fertigzumachen. Meine Vergangenheit liegt hinter mir. Das war ein Thema, das seinerzeit geklärt wurde, und es hat schon seinen Grund, warum ich heute draußen und auf freiem Fuß bin“, erklärte Ibarra.

Sie äußerte, dass es in den sozialen Netzwerken leider Menschen gibt, die alte Informationen wieder aufwärmen und sie als aktuell darstellen, nur um Kontroversen zu erzeugen.

„Da ich in der Öffentlichkeit stehe, weiß ich, dass es immer Kritik geben wird. Es gibt sehr anstrengende Leute, aber ich ziehe es vor, sie zu ignorieren. Wenn ihr eigenes Leben nicht interessant genug ist, sind sie eben ständig mit meinem beschäftigt“, stichelte das Model.

Die junge Frau betonte, dass sie sich voll und ganz darauf konzentriert, als Person, Sportlerin und digitale Schöpferin zu wachsen. „Ich konzentriere mich auf meine Gegenwart, darauf, zu wachsen, voranzukommen und meine Ziele zu erreichen. Nichts wird mich aufhalten. Ich habe Gott, meine Familie und die Menschen, die mich wirklich unterstützen – das ist das Einzige, was zählt. Die Bosheit anderer bringt mich nicht weiter und ich gebe ihr keinen Raum. An alle, die weiterhin jeden meiner Schritte verfolgen, kann ich nur sagen: Danke, dass ihr mich zum Trendthema macht, ohne Eintritt zu verlangen. Ich grüße euch und möge Gott euch segnen,“ betonte sie.

Ibarra ließ zudem verlauten, dass sie sich rechtlich beraten lässt, um zu prüfen, welche juristischen Schritte sie gegen die über sie verbreiteten Veröffentlichungen einleiten wird.

Die Nachricht, die wieder die Runde machte

Vor etwa drei Jahren war das Model im Rahmen einer Operation der Nationalpolizei und der Anti-Entführungs-Einheit festgenommen worden. Damals hieß es, sie habe über soziale Netzwerke Kontakt zu Personen aufgenommen, deren Vertrauen gewonnen und intime Fotos ausgetauscht. Später soll sie Geld gefordert haben, um die Bilder nicht zu veröffentlichen.

Wochenblatt / Cronica

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