Encarnación: Die Infektiologin Macarena Cristaldo warnt, dass die Häufigkeit der Erkrankung jene von HIV weit übertrifft, und schlägt Alarm wegen des Risikos von Reinfektionen.
Syphilis ist in Paraguay weiter auf dem Vormarsch. Für besondere Besorgnis bei den Gesundheitsbehörden sorgt die Tatsache, dass ein Großteil der Fälle im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen bei werdenden Müttern entdeckt wird. Vor dieser Entwicklung warnte Dr. Macarena Cristaldo, klinische Infektiologin und Leiterin des Programms für HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) am Regionalkrankenhaus (Hospital General) von Itapúa.
Die Spezialistin erklärte, dass Syphilis nach wie vor die sexuell übertragbare Infektion mit der höchsten Inzidenz im Land ist und HIV weit hinter sich lässt. Offiziellen Registern zufolge werden jedes Jahr drei- bis viermal mehr Syphilis-Fälle gemeldet als Infektionen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus – eine Differenz, welche das Ausmaß des Problems verdeutlicht.
Dr. Cristaldo erinnerte daran, dass es sich zwar um eine seit Jahrhunderten bekannte und effektiv behandelbare Krankheit handelt, eine überstandene Infektion jedoch keine Immunität hinterlässt. Dies bedeutet, dass sich eine Person nach einer erfolgreichen Behandlung erneut anstecken kann, wenn sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem Infizierten hat.
„Eine Person, die sich infiziert und behandeln lässt, kann sich jedes Mal aufs Neue anstecken, wenn sie ungeschützten Intimkontakt mit einer erkrankten Person hat“, warnte die Medizinerin. Sie hob hervor, wie wichtig dauerhafte Schutzmaßnahmen sind – und nicht nur direkt nach einer ersten Diagnose.
Angesichts dieser Lage pochte die Infektiologin auf die Bedeutung von Früherkennung und regelmäßigen medizinischen Kontrollen, insbesondere während der Schwangerschaft. Eine rechtzeitige Diagnose könne schwere Komplikationen für Mutter und Kind verhindern. Zudem unterstrich sie die Nutzung von Kondomen als wichtigste Präventionsmaßnahme, um die Ausbreitung dieser Infektion einzudämmen, die für das öffentliche Gesundheitssystem des Landes weiterhin eine große Herausforderung darstellt.
Wochenblatt / Mas Encarnación / Beitragsbild Archiv














