Sie rennen los, wenn andere flüchten: Die Geschichte der Retter von Carlos Pfannl

Kolonie Independencia: Wenn mitten in der Nacht der Alarm schrillt, springen sie aus den Betten. Wenn am Tag die Sirene über den Kolonien ertönt, lassen sie ihre Arbeit, ihre Familien und ihren Alltag schlagartig stehen und liegen.

Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Colonia Carlos Pfannl zögern nicht – sie rücken aus. Ihr einziges Ziel: Leben retten, Hab und Gut schützen und für die Sicherheit in der gesamten Region Independencia zu sorgen.

Wenn jede Sekunde zählt: Ein Blick hinter die Kulissen

Die Aufgaben der ehrenamtlichen Retter aus Carlos Pfannl sind in den letzten Jahren immer vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Ob tückische Busch- und Waldbrände in den heißen Sommermonaten, schwere Verkehrsunfälle auf den Landstraßen oder die technische Hilfeleistung nach heftigen Unwettern – die Wache ist längst zum unverzichtbaren Schutzschild für die Anwohner geworden.

Da staatliche Rettungsdienste in ländlichen Regionen oft lange Anfahrtszeiten haben, sind die Floriansjünger aus Carlos Pfannl meist die ersten Helfer am Einsatzort. Was viele dabei vergessen: Jeder Handgriff, jede Fahrt und jeder gefährliche Innenangriff geschehen vollkommen ehrenamtlich. Die Kameraden opfern ihre Freizeit, um im Notfall für ihre Mitmenschen da zu sein.

Große Chance aus Übersee: Verstärkung aus Europa

Um auch in Zukunft schnell, professionell und vor allem sicher helfen zu können, braucht es neben Mut und Einsatzbereitschaft modernes Gerät. Vor Kurzem bot sich der Wehr eine einmalige Gelegenheit: Aus Europa wurde der Truppe eine umfangreiche Spende an hochmoderner Einsatzkleidung, Spezialwerkzeugen und technischem Rettungsmaterial zugesagt. Ein enormer Gewinn für die Sicherheit der Einsatzkräfte und die Effizienz bei künftigen Rettungsaktionen.

Doch die Sache hat eine Kehrseite: Die immensen Logistik-, Verschiffungs- und Einfuhrkosten nach Paraguay schlagen mit rund 84.000.000 Guaranies zu Buche. Um diese riesige Chance für die Region nicht verstreichen zu lassen, ging die Feuerwehrführung ins Risiko und nahm einen Kredit auf. „Die Spende ist gesichert – jetzt müssen wir das Material dorthin holen, wo es eines Tages Leben retten wird“, betont die Leitung der Feuerwehr.

Gemeinsam für die Sicherheit: Aktion am Freitag und Samstag

Damit diese finanzielle Last nicht die Zukunft der Wache gefährdet und die Einsatzfahrzeuge auch weiterhin jederzeit aufgetankt und betriebsbereit sind, zählt die Feuerwehr nun auf den Rückhalt der Gemeinschaft. Am heutigen Freitag sowie am Samstag werden die Helfer in der Region unterwegs sein, um das direkte Gespräch mit den Bürgern, Geschäften und Unternehmen zu suchen und Spendenumschläge zu verteilen. Zugleich werden an Straßen und Plätzen in der Kolonie Independencia und Carlos Pfannl Sammelaktionen durchgeführt.

Jeder Beitrag – egal in welcher Höhe – fließt transparent und direkt in:

-Die Tilgung des Fracht-Kredits für die gespendete Spezialausrüstung.

-Treibstoff und Wartung, um die ständige Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge zu sichern.

-Die persönliche Schutzausrüstung für die Sicherheit der Feuerwehrleute im Einsatz.

-Die kontinuierliche Ausbildung der aktiven Mannschaft.

Transparenz und offene Türen

Die Führung um Präsidentin Elena Dubberke betont, dass alle Mittel mit absoluter Sorgfalt verwaltet werden. Auf Wunsch wird für jeden Beitrag eine offizielle Rechnung ausgestellt. Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit und den Projekten machen möchte, ist herzlich eingeladen, die Feuerwache in Carlos Pfannl zu besuchen.

„Notfälle kündigen sich nicht an. Dass im Ernstfall Hilfe kommt, dafür müssen wir alle gemeinsam sorgen“, appelliert die Feuerwehr an das Mitgefühl und den Zusammenhalt in der Kolonie.

Kontakt zur Feuerwehr:

Standort: Carlos Pfannl (Kolonie Independencia)

Telefon / WhatsApp: 0986 808900

Social Media: Instagram & Facebook

Wer heute und morgen nicht direkt unterstützen kann, hat folgende Überweisungsmöglichkeiten:

Wochenblatt

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