Erneuerbare Energien in der Viehzucht: Biogasanlagen nutzen Gülle zur Stromgewinnung

Asunción: Eine Biogasanlage zerlegt die organischen Abfälle unter Ausschluss von Sauerstoff. Bei diesem Prozess entstehen zwei wertvolle Endprodukte: Gas zur Energiegewinnung und ein nahezu geruchloser Dünger, der reich an Nährstoffen für die Pflanzen ist

Ein Betrieb mit 500 Schweinen erzeugt täglich zwischen 7 und 15 Kubikmeter Gülle und Urin. Mit einer Anlage namens Biogasanlage (Biodigestor) verwandelt sich dieser Abfall in Gas (zwischen 9 und 19 Kubikmeter), das 20 bis 40 Kilowattstunden Strom sowie einen Naturdünger erzeugen kann. Bleibt dieser Abfall unbehandelt, verschmutzt er die Umwelt genauso stark wie die Hinterlassenschaften von 225 bis 450 Menschen. In Paraguay nutzen bereits zwei Bauernhöfe diese Technologie: Ein kleinerer Betrieb und ein größerer mit mehr als 3.000 Tieren.

Die Biogasanlage funktioniert wie ein großer Magen: Man gibt die Abfälle hinein, sie „verdaut“ sie und bringt zwei nützliche Dinge hervor: Gas zur Energieerzeugung und einen nahezu geruchlosen Dünger mit wertvollen Nährstoffen für die Pflanzen. Auf diese Weise werden Gestank, Fliegen sowie die Verschmutzung von Boden und Wasser vermieden. Auf einem Hof mit 2.000 Schweinen können täglich bis zu 380 Kubikmeter Gas gewonnen werden – genug, um Lichter zu betreiben, Wasser zu pumpen oder zu heizen.

Das Gleiche funktioniert auch bei Milchkühen. Bei 50 Kühen entstehen täglich etwa 8 Kubikmeter Abfall. Mit 1.000 Kühen lassen sich zwischen 420 und 700 Kubikmeter Gas gewinnen, und mit 2.000 Kühen sogar bis zu 1.400. Dieses Gas wird direkt auf dem Bauernhof genutzt oder kann verkauft werden. Es eignet sich sowohl für kleine Betriebe (zum Kochen oder Heizen) als auch für große Höfe (mit Stromgeneratoren).

Die Pflege der Biogasanlage ist einfach: Sie nimmt nur 15 Minuten am Tag in Anspruch. Auch in Schlachthöfen kommt die Technologie zum Einsatz, um deren Abfälle zu verwerten. Wenn der Landwirt erkennt, dass er die Umweltverschmutzung lösen und gleichzeitig Energie sowie Dünger gewinnen kann, hört er auf, Gülle als Müll zu betrachten, und beginnt, sie als etwas Wertvolles zu sehen.

Wochenblatt / El Nacional

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