“Wie eine langlebige Batterie“: Warum die Kernkraft im Zeitalter der Energiewende neu diskutiert wird

Asunción: Der Energieexperte Victorio Oxilia erläuterte die Herausforderungen und Chancen, die sich für Paraguay im Falle einer eventuellen Entwicklung der Nukleartechnologie im Rahmen des Abkommens zur Stärkung der Kooperationsbeziehungen in diesem Bereich ergeben würden.

Oxilia wies darauf hin, dass das Land über natürliche Ressourcen verfügt, die in Zukunft genutzt werden könnten. „Wir haben Uranerz in Paraguay, und zwar recht interessantes“, erklärte er mit Blick auf Studien in der Gegend von Yuty im Département Caazapá, wo geschätzte Reserven existieren – obwohl er klarstellte, dass derzeit kein Bergbau zur Ausbeutung dieser Ressource stattfindet.

Der Experte führte aus, dass die Nutzung von Uran einen komplexen Prozess der Industrialisierung und Anreicherung erfordert – eine Technologie, die weltweit nur wenige Länder beherrschen. „Nicht nur die Technologie ist gemessen an der Investition pro installiertem Kilowatt teuer, sondern auch der Kernbrennstoff ist teuer und strategisch bedeutsam“, betonte er.

Zur Möglichkeit der Installation von Kernreaktoren in Paraguay gab Oxilia an, dass moderne Konzepte wie kleine modulare Reaktoren (SMR) existieren, deren Kapazitäten an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden können. Er hob jedoch hervor, dass eine der größten Hürden nach wie vor die Anfangsinvestition bleibt.

„Wenn man Zugang zu dieser Technologie haben möchte, muss man einen Preis zahlen, der höher ist als bei jeder anderen Technologie“, erklärte Oxilia. Er hob jedoch hervor, dass die Kernenergie im Gegensatz zu schwankenden erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind den Vorteil einer konstanten Erzeugung bietet.

Der Spezialist erläuterte zudem, dass der Standort eines eventuellen Kernkraftwerks technische Studien zur Wasserverfügbarkeit für die Kühlung, zu Wetterbedingungen, Windverhältnissen sowie zur Einbindung in das nationale Stromnetz erfordern würde.

„Es ist wie eine langlebige Batterie“, verglich Oxilia mit Blick auf den Kernbrennstoff und wies darauf hin, dass ein Reaktor jahrelang betrieben werden kann, ohne dass das genutzte Material ausgetauscht werden muss.

Ebenso erwähnte er, dass Paraguay internationale Allianzen eingehen müsste, um Zugang zu angereichertem Kernbrennstoff zu erhalten, da dieser Prozess aus technologischen und sicherheitsbezogenen Gründen auf wenige Länder konzentriert ist.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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