Von der Landwirtschaft bis zum Agribusiness: Wie Einwanderergemeinschaften Paraguay prägen

Encarnación: Der Beitrag verschiedener Einwanderergemeinschaften zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufbau Paraguays stand im Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der japanischen Einwanderung in Paraguay.

Die Zusammenkunft fand im Rahmen der 22. Buchmesse in Encarnación im Auditorium der Autonomen Universität von Encarnación (UNAE) statt. Veranstaltet wurde das Treffen gemeinsam von der japanischen Botschaft und der UNAE unter dem diesjährigen Messemotto “Lese- und Kulturförderung für den Frieden“. Ziel war es, das Erbe derjenigen zu würdigen, die aus verschiedenen Teilen der Welt ins Land kamen und mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen sowie ihren Unternehmensgründungen zur Transformation Paraguays beitrugen.

Die Eröffnung übernahmen der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter Japans in Paraguay, Katsumi Itagaki, sowie die Rektorin der UNAE, Nadia Czeraniuk. In seiner Ansprache hob der japanische Diplomat hervor, dass der Aufbau des modernen Paraguay ohne die Mitwirkung der verschiedenen Migrationswellen nicht denkbar sei.

Itagaki betonte ausdrücklich, dass der Fortschritt des Landes dem Einsatz zahlreicher Gemeinschaften zu verdanken sei – und nicht allein der japanischen Einwanderung. In diesem Zusammenhang lobte er die Leistungen ausländischer Bürger in Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, Kultur und Wirtschaft.Ein zentraler Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion “Der Beitrag der Einwanderer zur wirtschaftlichen Entwicklung Paraguays und die Zukunftsperspektiven“.

Unter der Moderation von Botschafter Itagaki diskutierten Andrés Trociuk (Honorarkonsul der Ukraine in Paraguay), Matías Kobayashi (Historiker und Dozent), Jaime Kurosu (Präsident von Kurosu & Cía. sowie John Deere-Vertreter in Paraguay) und Ronaldo Dietze (ehemaliger Rektor der Universität San Carlos, Ex-Senator, ehemaliger Vizelandwirtschaftsminister und Experte für Agribusiness).

Die Teilnehmer analysierten, wie sich die Migrantengemeinschaften schrittweise in verschiedene Wirtschaftssektoren integrierten, Innovationen einbrachten und Arbeitsplätze schufen. Zudem erörterten sie Möglichkeiten, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und die kulturelle Vielfalt als Standortvorteil für künftiges Wachstum zu nutzen.

Den kulturellen Rahmen bildete ein Auftritt des Encarnación Taiko Club, der dem Publikum traditionelle japanische Trommelkunst präsentierte. Die Gedenkfeier zum 90-jährigen Bestehen der japanischen Gemeinschaft würdigte somit nicht nur die ersten Pionierfamilien, sondern bot auch Anlass, das jahrzehntelange Zusammenwirken von Einwanderern und ihren Nachkommen mit der paraguayischen Gesellschaft zu ehren.

Wochenblatt / La Nación

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