Asunción: Einige Ältere unter uns erinnern sich vielleicht noch an eine berühmte Bankenwerbung aus den 80er- und frühen 90er-Jahren. In dem Spot blickte ein Bankmanager direkt in die Kamera und sprach genau diesen Satz: Ihr Geld interessiert mich.
Die Werbung war hervorragend – was wir damals jedoch nicht ahnten: Die Bank sollte später pleitegehen, und das Geld hatte letztlich nur jene Manager interessiert, die sich mit den Einlagen aus dem Staub machten.
In diesem Fall geht es uns jedoch um den Verbleib des Geldes. Insbesondere wenn wir einen Kredit aufnehmen, gehen wir davon aus, uns in einem rationalen Zahlungssystem zu bewegen. Ein System, in dem bei einem Zahlungsverzug faire Verzugszinsen anfallen, die im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen beglichen werden können.
Diese Spielregel wurde jedoch vor geraumer Zeit geändert: Banken und Finanzinstitute verkaufen ihre überfälligen Kreditportfolios heutzutage rasch an hochaggressive Inkassounternehmen. Diese schlagen eine Vielzahl zusätzlicher Kosten auf – Kosten, die im ursprünglichen Konzept des Kredits nie vorgesehen waren.
Wie der Senator Amarilla erklärte, findet sich im Kleingedruckten zwar häufig eine Klausel, die den Verkauf der Schulden erlaubt. Das führt jedoch dazu, dass den Schuldnern noch höhere Zinsen aufgebürdet werden, sie bestraft und vor allem wie Kriminelle verfolgt werden – und das wegen Bagatellschulden, die in einer finanziellen Notlage aufgenommen wurden.
Sicherlich ist Amarilla nicht gerade “Mr. Sympathie“, aber sein Gesetzesvorschlag ist bedenkenswert. Er fordert die Bankenaufsicht und die paraguayische Zentralbank (BCP) auf, sich dieser Debatte nicht zu entziehen und nicht tatenlos zuzusehen, wie Finanzinstitute nach Belieben verfahren.
So funktioniert eine funktionierende Gesellschaft nicht. Eine Gesellschaft benötigt klare Regeln und Rahmenbedingungen, die fair zwischen dem Bürger und gewinnorientierten Institutionen vermitteln.
Das ist keineswegs falsch. Es ist notwendig, dass wir dies als Gesellschaft offen diskutieren, anstatt dass am Ende Tausende schutzlose Betroffene zurückbleiben – wie es bereits bei den Betrugsfällen rund um gefälschte Schuldscheine der Fall war.
Wochneblatt / Megacadena Mario Ferreiro / Beitragsbild Archiv















