Geld-Schock für Familien: Warum das Monatsgehalt heute einfach nicht mehr reicht

Asunción: Die Schwierigkeit, über die Runden zu kommen, und die Unmöglichkeit, Geld beiseitezulegen, gehören für viele paraguayische Familien zum Alltag. Die Expertin für persönliche Finanzen, Gloria Ayala, beleuchtete das Thema und stellte die Auswirkungen alltäglicher Ausgaben sowie der Verschuldung auf das Haushaltseinkommen in den Mittelpunkt.

Ayala veranschaulichte die Situation am Beispiel einer vierköpfigen Familie, die zur Miete wohnt und täglich Kosten für Verpflegung, Wohnen, Nebenkosten, Transport und Bildung decken muss. In diesem Szenario übersteigen die monatlichen Ausgaben selbst bei einem relativ niedrigen Budget pro Mahlzeit das gesetzliche Mindesteinkommen bei Weitem.

„Wenn man einer Person, die finanziell auf dem Hochseil balanciert, etwas von Ersparnissen erzählt, spuckt sie einem fast ins Gesicht“, verdeutlichte die Spezialistin. Für breite Bevölkerungsschichten sei Sparen schlicht keine Option, solange das Einkommen kaum für die Grundbedürfnisse reiche.

Das Problem beschränkt sich laut Ayala jedoch keineswegs auf einkommensschwache Haushalte. Auch ein erheblicher Teil der Mittelschicht kämpfe aufgrund steigender Ausgaben und hoher Verschuldung mit erheblichen Engpässen.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass unsere Mittelschicht zurückfällt“, warnte sie. Heute verdienten Personen mit Universitätsabschluss, Postgraduiertenstudium und Sprachkenntnissen zwar mehr als frühere Generationen, hätten aber dennoch Schwierigkeiten, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten.

In diesem Zusammenhang kritisierte sie die traditionelle Vorstellung, dass man zuerst alle Ausgaben decken und nur den Rest am Monatsende weglegen solle. „Ersparnisse sind nicht das, was übrig bleibt“, betonte Ayala. Eine solide Finanzplanung müsse das Sparen fest als festen Teil des Einkommens einplanen und nicht bloß als Überschuss betrachten.

Die Expertin wies zudem darauf hin, dass sich das Konsumverhalten verändert hat. Familien stünden heute vor einer völlig anderen Ausgabenstruktur als frühere Generationen – mit deutlich höheren Kosten für Wohnen, Technologie, Bildung und Mobilität.

Das Ziel müsse darin bestehen, das Sparen schrittweise und realistisch in die tägliche Budgetplanung der Haushalte zu integrieren.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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