Mcal Estagarribia: Die in freiwilliger Isolation lebenden Ayoreo dürfen weder kontaktiert, verfolgt noch mit invasiven Methoden aufgespürt werden. Daher ist das Vorhaben, einen „wissenschaftlichen Beweis“ durch das vorsätzliche Eindringen in ihre potenziellen Nutzungsgebiete zu erbringen, unvereinbar mit dem Schutzprinzip, das diesen Völkern garantiert werden muss.
Zudem besteht ein reales Risiko: Sollten Forschende zufällig auf eine unkontaktierte Gruppe treffen, könnten sich diese Menschen bedroht fühlen – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für beide Seiten.
Dennoch gibt es wissenschaftliche und ökologische Hinweise, die die Annahme nahelegen, dass die Ayoreo den Médanos del Chaco nutzen könnten. Einer davon ist das reichliche Vorkommen von Landschildkröten, die einen wichtigen Bestandteil ihrer traditionellen Ernährung bilden. Es ist außerdem plausibel, dass die extreme Unzugänglichkeit von Médanos del Chaco die Nutzung des Gebiets als Rückzugsort begünstigen könnte.
Der Nationalpark Defensores del Chaco hingegen ist derzeit von Straßen und menschlicher Infrastruktur umgeben. Daher ist es äußerst wahrscheinlich, dass ein weit isolierteres Territorium wie Médanos del Chaco von Gruppen bevorzugt und genutzt wird, die den Kontakt meiden wollen.
Im Fall von Völkern in freiwilliger Isolation darf das Ausbleiben von Kontakt nicht als Vorwand genutzt werden, um ihre mögliche Anwesenheit abzustreiten. Gerade ihr Recht, unkontaktiert zu bleiben, verpflichtet zur Anwendung des Vorsorgeprinzips.
Wochenblatt / Paraguay Salvaje















