Emboscada: Als Emil Moldovan (59) im Jahr 2021 nach Paraguay auswanderte, suchte er vor allem eine engere Verbindung zur Natur. Fünf Jahre später lebt der gebürtige Rumäne in der Nähe von Emboscada, baut Früchte sowie Heilpflanzen an und entwickelt handwerkliche Lebensmittel aus lokalen Zutaten.
Der Weg auf das paraguayische Land führte ihn jedoch über einen weiten Umweg: Nach seinem Aufwachsen und Berufsleben in Deutschland arbeitete Moldovan rund 20 Jahre in der IT-Branche, bevor er sich der Landwirtschaft und ganzheitlichen Gesundheit zuwandte.
„Ich bin nach Paraguay gekommen, um mehr Handlungsfreiheit zu haben und ganzjährig Gartenbau betreiben zu können“, erklärt Moldovan im Gespräch.
Ein neues Zuhause nahe Emboscada
Nach einer ersten Station in Asunción machten sich Moldovan und seine Frau auf die Suche nach ökologischen Anbauflächen und stießen auf die Ecofinca Emboscada. Schließlich erwarben sie ein Grundstück im hügeligen Umland zwischen Emboscada und Nueva Colombia, etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.
Die Nachbarschaft spiegelt ihre internationale Reise wider: Viele Anwohner sprechen Deutsch, während eine nahegelegene kanadische Familie auf Englisch oder Spanisch kommuniziert. Die ländliche Umgebung bietet Moldovan genau das, was ihm in europäischen Großstädten fehlte: Zeit und Raum für Experimente mit dem Klima, Trockenzeiten und Mischkulturen.
Vom Anbau zum handwerklichen Produkt
In seinem Garten kultiviert Moldovan paraguayische Früchte wie Ananas, Passionsfrucht und Bananen, nutzt aber auch wildwachsende Bestände von Nachbargrundstücken – darunter Mango, Mandarine, Grapefruit und Zitrone. Zudem baut er Heil- und Gewürzpflanzen wie Moringa, Salbei, Zitronengras und Hibiskus an, ergänzt durch lokales Wissen über Heilkräuter wie Ruda und Burrito.
Um Ernteüberschüsse ganzjährig haltbar zu machen, nutzt er Gefrier- und Trocknungsverfahren:
-Fruchtleder und Eislutscher: Kombinationen aus heimischen Früchten und Heilpflanzen wie Moringa.
-Fermentierte Getränke: Herstellung von Kombucha, Wasserkefir und Fruchtessig.
-Gemüse-Cracker: Getrocknetes “Brot“ aus Überschuss-Kürbissen ohne Weizenmehl.
Schokolade: Angereichert mit Nüssen, Samen und Fruchtleder, um auch Kindern gesunde Zutaten schmackhaft zu machen.
Nachhaltigkeit durch Verwertung
Sein Wissen erwarb Moldovan vor seiner Auswanderung in Online-Seminaren, einer Ausbildung zum Heilpraktiker in Deutschland sowie Studien zur Permakultur. Heute umfasst sein Portfolio über 50 Cracker-Rezepte sowie jeweils rund 12 Rezepturen für Kekse und Schokoladen.
Ein wesentlicher Antrieb seiner Arbeit ist die Vermeidung von Lebensmittelmüll. Angesichts der enormen Mengen an Mangos, die während der Saison ungenutzt von den Bäumen fallen, entwickelte er ein System zur kontinuierlichen Kleinverarbeitung.
Derzeit verkauft Moldovan seine Produkte montags und donnerstags von 09:30 bis 12:00 Uhr auf dem Gelände der Ecofinca Emboscada. Für die Zukunft sucht er Partnerschaften mit Bio-Märkten und Wiederverkäufern. Interessenten können ihn direkt per E-Mail (emil.moldovan.pry@gmail.com) kontaktieren.
Wochenblatt / Asunción Times















