Asunción: Deutsche Auswanderer in Paraguay leben nicht alle auf die gleiche Weise, dennoch ist die Gemeinschaft der deutschsprachigen Auswanderer sehr heterogen. Im Laufe der Jahre haben sich zwei bis drei Hauptgruppen und Lebensentwürfe durchgesetzt, die nachfolgend beschrieben werden.
1. Der Wunsch nach Rückzug und Leben in der eigenen Gemeinschaft („Parallelgesellschaft / Deutschsprachige Enklaven“)
Eine sehr große Gruppe deutscher Auswanderer sucht bewusst Ruhe, Natur, Freiheit und Abstand zu europäischen Regulierungen, Krisen oder gesellschaftlichen Entwicklungen.
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Lebensweise: Diese Auswanderer ziehen oft in ländliche Regionen oder in speziell von Deutschen geprägte Orte bzw. Siedlungen (z. B. Kolonie Independencia, Hohenau, Obligado, Bella Vista, San Bernardino oder geschlossene Wohnanlagen/Gated Communities wie El Paraíso Verde).
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Sprache & Integration: Der Wunsch, Spanisch oder Guarani fließend zu lernen, ist in dieser Gruppe meist eher gering ausgeprägt. Ein grundlegendes Alltagsspanisch reicht vielen völlig aus. Lebensmittel einkaufen, Handwerker beauftragen und Behördengänge erledigen lässt sich in vielen dieser Gebiete problemlos auf Deutsch oder mithilfe deutscher Dienstleister/Gestores (Einwanderungshelfer) abwickeln.
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Motivation: Im Vordergrund stehen Eigenheim, Selbstversorgung, Schutz des Eigenheims, ein ruhiges Leben im Grünen und der Austausch mit Gleichgesinnten, die ähnliche Werte oder Weltanschauungen teilen.
2. Aktive Integration und Teil der paraguayischen Gesellschaft werden
Eine zweite, stetig wachsende Gruppe geht das Auswandern anders an und sucht bewusst den Kontakt zur lokalen Bevölkerung.
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Lebensweise: Sie lassen sich oft in größeren Städten (wie Asunción, Encarnación, Ciudad del Este) oder in gemischten paraguayischen Kleinstädten nieder. Sie eröffnen Geschäfte, arbeiten mit paraguayischen Partnern zusammen oder schicken ihre Kinder auf paraguayische oder zweisprachige Schulen.
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Sprache & Kultur: Diese Auswanderer lernen intensiv Spanisch (und nicht selten auch grundlegende Begriffe auf Guarani, was bei den Einheimischen extrem viel Sympathie und Respekt erzeugt). Sie nehmen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben Paraguays teil, schätzen die paraguayische Gastfreundschaft, Feierkultur und Familientraditionen.
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Motivation: Sie wandern nicht primär aus, um sich „abzukapseln“, sondern weil sie Land, Leute, Klima und die paraguayische Lebensart schätzen und sich ein neues Leben in und mit der lokalen Gesellschaft aufbauen wollen.
3. Die historische Sonderrolle: Menoniten-Kolonien
Eine Sonderform bilden die mennonitischen Kolonien im Chaco (z. B. Filadelfia, Neuland, Loma Plata) und im Osten des Landes.
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Diese deutschstämmigen Gemeinschaften leben dort bereits seit den 1920er–1950er Jahren.
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Sie sprechen Plautdietsch bzw. Hochdeutsch, betreiben hochmoderne Landwirtschaft und Genossenschaften und bilden eine eigenständige, wirtschaftlich extrem starke Gemeinschaft.
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Neuankömmlinge aus Deutschland finden dort eine beinahe komplett deutschsprachige Infrastruktur vor (Schulen, Krankenhäuser, Supermärkte), allerdings mit eigenen religiösen und gesellschaftlichen Reglementierungen.
Zusammenfassung
Ob Deutsche in Paraguay ein ungestörtes Leben auf dem Land führen oder sich integrieren wollen, hängt stark von der individuellen Motivation ab:
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Großer Teil: Bevorzugt das ungestörte Leben auf dem Land / in deutschen Communities mit minimaler administrativer Integration und grundlegenden Sprachkenntnissen.
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Kleinere, aber aktive Gruppe: Sucht echte Integration, erlernt die Sprache und nimmt aktiv am paraguayischen Alltags- und Geschäftsleben teil.
- Wochenblatt















