Deisy Paola: Sie zeigte Gewalt an, bat die Justiz um Schutz und wurde schließlich ermordet

Lambaré: Deisy Paola Giménez, die 22-jährige Frau, die in Lambaré Opfer eines Femizids wurde, hatte ihren Ex-Partner wegen häuslicher Gewalt angezeigt, wurde jedoch nicht vom Staat geschützt, wie ihr ehemaliger Chef, William Amaral, bestätigte. Die junge Frau stand nur einen Monat vor ihrem Abschluss als Rechtsanwältin, doch ihr Traum wurde gewaltsam zerstört.

Das Leben von Deisy Paola Giménez erlosch am Donnerstagabend und mit ihr ihr Traum, Anwältin zu werden. Die junge Frau hatte ihren Ex-Partner, Aldo Alexis Duarte (26), den Hauptverdächtigen ihres Mordes, wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Bis zum gestrigen Abend wurde er noch nicht ausfindig gemacht.

Amaral bestätigte, dass die Belästigungen und Drohungen des Ex-Partners gegenüber seiner Angestellten beim Friedensgericht von Lambaré aktenkundig gemacht wurden. Die Anzeige ging auch an die Staatsanwaltschaft, jedoch wurde das Schutzprotokoll nicht aktiviert.

„Eine Frau bittet um Hilfe, aber erst nach 20 Monaten ergeht ein Beschluss. Die Opfer müssen alles ertragen, so wie es unserer Kollegin ergangen ist. Sie hat alles ertragen – bis zum Tod“, sagte Amaral, während Hilflosigkeit und Entrüstung aus seiner Stimme sprachen.

Deisy hatte den Traum, Anwältin zu werden, und arbeitete zu diesem Zweck in der Kanzlei von Amaral. Anschließend ging sie zur Universität, während sie in der Nachtschicht bei Biggie arbeitete. Genau als sie sich auf dem Weg zu ihrer zweiten Arbeitsstelle befand, wurden ihre Träume ausgelöscht.

William Amaral erinnerte daran, dass die junge Frau am vergangenen 17. September erzählte, von ihrem Ex-Partner misshandelt worden zu sein. Daraufhin beschloss er, sie zu der gemeinsamen Wohnung zu begleiten, um ihre Sachen abzuholen. Ihm zufolge begann dort die Leidenszeit.

Sie wechselte ihre Telefonnummer vor der Ermordung

Dem Bericht des ehemaligen Arbeitgebers zufolge hatte die Frau ihre Telefonnummer geändert, um den ständigen Belästigungen ihres Ex-Partners zu entgehen – ein Umstand, der der Auslöser für die Tat gewesen sein könnte.

„Unsere Kollegin Deisy Paola hat gestern ihre Telefonnummer geändert, und das dürfte der Auslöser für den Mörder gewesen sein, ihr das Leben zu nehmen. Sie träumte davon, Anwältin zu werden, und besaß eine außergewöhnliche Intelligenz. Sie war sehr diszipliniert. Dieser Elende hat ihr aufgelauert und sie getötet“, fügte der Anwalt hinzu.

Wie der Mann weiter ausführte, erzählte die junge Studentin, dass sie vor der Trennung fünf Jahre lang mit dem Hauptverdächtigen zusammengelebt hatte. Die Frau hatte berichtet, dass er schon immer eifersüchtig gewesen sei und ihr systematisch mit dem Tod gedroht habe. In drohendem Ton sagte er ihr, dass er das Haus ihrer Eltern kenne und ihr Auto anzünden werde.

Die Anzeige war am vergangenen 16. September bei der Abteilung für die Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt des 32. Polizeireviers von Posta Ybycuá in Capiatá erstattet worden.

Trauriges Ende

Der Femizid an der jungen Frau ereignete sich in der Straße Ybyrá Pytã im Viertel Santa Lucía in Lambaré, im Département Central. Sicherheitskameras der Gegend zeichneten die Minuten vor dem Angriff auf. Zu sehen ist, wie die Frau in Richtung des Minimarktes geht, in dem sie nachts arbeitete, doch nur wenige Sekunden später wurde ihr aufgelauert.

Wochenblatt / Última Hora

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