Kolonie Independencia: Es ist längst kein Geheimnis mehr: Kinder und Jugendliche von den Bildschirmen wegzubekommen, gleicht heute oft einer Herkulesaufgabe. Selbst an Schulen weltweit müssen immer häufiger Handyverbote ausgesprochen werden, um einen regulären Unterricht überhaupt noch zu garantieren.
Was man bräuchte, um die “Youngsters“ aus der Apathie von TikTok, YouTube und Instagram loszueisen und wiederbeleben zu können, wäre etwas, das noch faszinierender ist als die virtuelle Glitzerwelt, also echte Action. Leider ist das Angebot an Alternativen im Bereich Spiel, Spaß und Sport in Paraguay oft mehr als dürftig – zumindest, wenn man außerhalb von Asunción lebt.
Fecht-Highlight in Independencia
Mit einer glänzenden Ausnahme: Independencia! Dort trafen sich am vergangenen Samstag die Fechtvereine Guaireña und Caaguazú zum zweiten interregionalen Lehrgang. Dieser gipfelte in einem packenden Vergleichskampf beider Mannschaften, den die Schützlinge Lina und Robin Glavac sowie Selvatica Belcastro und Silvestre Recalde Farinasso von Trainer Luca Popper am Ende hauchdünn für sich entscheiden konnten.

Doch an diesem Tag ging es um weit mehr als nur um sportliche Konkurrenz. Die beiden Vereine sind Teil eines ambitionierten, landesweiten Programms zur Förderung des Degenfechtens, das neben Asunción auch in Encarnación und Ciudad del Este Früchte trägt.
Werte, die fürs Leben prägen
Obwohl Fechten eine Individualsportart ist, bringt es den Geist von Kooperation und Freundschaft oft noch stärker zum Ausdruck als typische Mannschaftssportarten. Sowohl im Einzel- als auch im Teamwettkampf fällt dieser Zusammenhalt entscheidend ins Gewicht. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Vertrauen zwischen Sportler und Trainer: Der vorbildliche Einsatz des Coachs prägt das harmonische Miteinander der Kinder und Jugendlichen.
Selbstwerdung, Fokus und Gelassenheit sind nur einige der Werte, die in einem Fechtverein gefördert werden – Hand in Hand mit körperlicher Fitness und dem puren Spaß an der Bewegung. Es ist das klassische Motto “Einer für alle, alle für einen“ in Bestform. Und das bei einer Sportart, die entgegen weitläufiger Meinungen ihre historischen Wurzeln vor Jahrtausenden nicht etwa in Europa, sondern im alten Ägypten hat.
Große Ziele vor Augen: Auf nach Asunción!
Derzeit bereiten sich die jungen “Haudegen“ der Guaireña – eine bunt gemischte Gruppe aus paraguayischen und deutschen Nachwuchstalenten – intensiv auf die kommenden Highlights vor. Ende Oktober steht das nationale Qualifikationsturnier an. Austragungsort ist das Comité Olímpico in Asunción, die modernste Sportstätte Südamerikas. Zu diesem Event werden auch starke Fechter aus Argentinien erwartet.
An gleicher Stelle folgen Anfang Dezember die Südamerikanischen Meisterschaften der Kinder und Veteranen. Trainer Luca Popper, der sein Handwerk im italienischen Neapel ausgerechnet beim aktuellen Headcoach der ägyptischen Nationalmannschaft und ehemaligen Olympiasieger Sandro Cuomo gelernt hat, blickt optimistisch auf die Turniere: Die “Guaireñas“ haben durchaus ernsthafte Chancen auf den einen oder anderen Titel!
Schnuppertraining und Kontakt
Wer Interesse hat, seine Kinder für diesen faszinierungsreichen Sport einzuschreiben, ist jederzeit herzlich willkommen, bei einem Training vorbeizuschauen oder sich direkt zu informieren.
• Kontakt: Per WhatsApp unter 0039 329 275 687
• Montags ab 13:30 Uhr: Polideportivo Municipal in Melgarejo
• Dienstags ab 15:00 Uhr: Spiegelsaal der Galería GK
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