Reiner Tisch im Tropenparadies: Deutscher schlägt Alarm gegen Sittenverfall im Auswanderer-Mekka

Asunción: Die idyllische Postkartenromantik paraguayischer Auswanderer-Oasen bekommt gewaltige Risse. Ein in Paraguay ansässiger Deutscher zog in den Medien pfeifend den Schlussstrich und wandte sich mit einer saftigen Beschwerde an die paraguayische Migrationsbehörde.

Sein diplomatenfreier Vorwurf: Eine besorgniserregende Welle deutscher Staatsbürger reise ins Land, um unter dem Deckmantel von „Freiheit und Unabhängigkeit“ einen zügellosen Sextourismus zu pflegen und paraguayische Frauen systematisch zu belästigen. Er verlangt nun drastische Hürden bei der Visumsvergabe, um Kriminelle und Sittenstrolche direkt an der Grenze abzufangen.

Da flieht der pflichtbewusste deutsche Biedermann vor dem angeblichen Verfall abendländischer Werte im Heimatland, kündigt Bausparvertrag und Riester-Rente, nur um am Zielort festzustellen, dass viele seiner mitgereisten Landsleute den Begriff „Südamerikanische Freiheit“ vor allem unterhalb der Gürtellinie verorten! Das Bild vom kultivierten, hart arbeitenden deutschen Einwanderer zerbröckelt im Sekundentakt. Während das paraguayische Außenministerium den roten Teppich für europäisches Kapital ausrollen möchte, fordern entsetzte Alt-Auswanderer bereits Türsteher an den Grenzen von Asunción.

Es zeigt sich die bitterste Fratze des Auswanderer-Booms: Wer in Deutschland als graue Maus im Vorgarten scheiterte, meint in den Subtropen plötzlich den Großspurigen markieren zu müssen. Dass der örtliche Damenwelt-Tourismus nicht selten von Typen betrieben wird, die im heimischen Supermarkt noch wegen Falschparkens den Blutdruck verloren hätten, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Kehrseite der Medaille. Das Paradies wird zum Auffangbecken für jene, die Freiheit mit Anarchie verwechseln. Wenn die Migrationsbehörde hier nicht bald den Stecker zieht und knallharte Führungszeugnisse einfordert, wird Paraguay statt zum Hort für Investoren zum Erlebnispark für deutsche Midlife-Crisis-Patienten auf Abwegen.

Natürlich kann und sollte man nicht generalisieren, dennoch ist Benanntes schon seit Jahrzehnten anzutreffen, zumindest bei einigen Deutschen.

Wochenblatt / Diario Extra / Abc Color

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