Asunción: Während Versicherte und Rentner des paraguayischen Sozialinstituts (IPS) lautstark fordern, dass die Rentenkasse ihre Millionen sofort aus der politisch umstrittenen Ueno Bank abzieht, hat der ehemalige IPS-Rat Carlos Pereira einen skurrilen Befreiungsschlag vorgeschlagen.
Statt die hart umkämpften Einlagen in Sicherheit zu bringen, soll das IPS dem Institut einfach noch tiefer unter die Arme greifen: mit einer 30-Millionen-Dollar-Spritze als frisches Eigenkapital – um kurzerhand selbst als Aktionär und Kontrolleur in die Bank einzusteigen!
Anstatt dem öffentlichen Druck nachzugeben und die Risiken für die Rentengelder zu minimieren, wird hier die Feuerlösch-Variante der Extraklasse geboten: Wenn die Kohle schon auf der Kippe steht, macht man die Versicherten eben kurzerhand zu Mitinhabern des Risikos. Immerhin, so die zynische Logik, könnte man dann wenigstens im Vorstand mit am Tisch sitzen und zusehen, wie das Geld angelegt wird.
Die IPS-Spitze selbst zeigt sich von dieser kreativen „Rettungsaktion“ allerdings wenig begeistert und winkt bereits ab – wohl mit dem bitteren Wissen im Hinterkopf, dass ähnliche Experimente mit Staatskohle in der Vergangenheit schon einmal glorreich schiefgegangen sind.
Wochenblatt / Abc Color












