Man reibt sich ungläubig die Augen: Während man gewöhnliche Limonen für ein paar Guaraníes an jeder Straßenecke bekommt, hält nun eine echte Luxus-Rarität Einzug in Paraguay – der sogenannte „Limón Caviar“ oder Finger Lime. Mit einem astronomischen Marktwert von bis zu 1,5 Millionen Guaraníes pro Kilo fragt man sich unweigerlich, ob man diese Zitrusfrucht künftig im Tresor statt im Kühlschrank aufbewahren sollte!
Ursprünglich aus den waldigen Regionen Australiens stammend, unterscheidet sich diese exotische Frucht grundlegend von allem, was man bisher aus dem heimischen Garten kennt. Schneidet man sie auf, blickt man vergebens nach klassischem Fruchtfleisch oder Kernen. Stattdessen offenbaren sich Hunderte kleine, perlenartige Bläschen, die optisch exakt an edlen Kaviar erinnern. Beim Verzehr platzen die Kügelchen im Mund auf und entfalten ein explosionsartig frisches, säuerlich-aromatisches Aroma. Kein Wunder, dass internationale Top-Gastronomen und Sushi-Köche weltweit verrückt nach dieser Zutat sind, um damit Meeresfrüchte, Desserts oder Cocktails zu veredeln.
Vom Luxus-Export zum paraguayischen Gartenprojekt
Dass diese botanische Kostbarkeit nun auch in paraguayischer Erde Wurzeln schlägt, machte kürzlich der deutsch-brasilianische Kolonist und Content Creator Affonso Robson über soziale Netzwerke publik. Erste Bäumchen zeigen sich überraschend anpassungsfähig an das lokale Klima und die harten Böden.
Für passionierte Gärtner im Land eröffnet sich hier womöglich eine lukrative Nische: Wer statt Zierpflanzen oder Orchideen ein solches Luxus-Gewächs im Garten oder auf der Terrasse zieht, könnte bald goldene beziehungsweise grüne Ernten einfahren. Bis es so weit ist, bleibt den meisten Bürgern jedoch wohl vorerst nur das Staunen über den millionenschweren Zitronen-Trend – und der Griff zur bewährten, preiswerten Variante aus dem Supermarkt nebenan.
Wochenblatt / Cronica















