Vermeintlicher Mafia-Chef bekommt Staatsland

Das Nationale Institut für Landentwicklung (Indert) ist eingerichtet worden, Staatsland an bedürftige Familien zu verteilen, damit diese sich mit der Bewirtschaftung der Flächen einen Lebensunterhalt schaffen können.

Im Falle von Cornelio Esquivel Maldonado (Don Cornelio oder Mitu), konnte die Bedürftigkeit nicht nachvollzogen werden, und das Indert kündigte inoffiziell gegenüber Última Hora (UH) an, die Landvergabe rückabwickeln zu wollen. Esquivel hatte im Jahr 2010 die Zuteilung eines Grundstück in der Kolonie Epopeya Nacional, die zu Yby Yaú gehört, beantragt.

Mitu gilt als die beherrschende Figur des Drogengeschäfts in der Zone von Yby Yaú und die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Hauptverdächtigen an dem Mord des Politikers Magdalena Silva sowie dessen Geschäftspartner samt Söhnen an.

Nach fünf Jahren Prüfungszeit ist dem Indert nun aufgefallen, dass Esquivel über fünf Immobilien in Yby Yaú, vier in Concepción, zwei oder mehr Estancias und noch ein paar Besitztümer in Asunción verfügt. Er gehört damit nicht zur Hauptzielgruppe der Agrarreform.

Erst kürzlich hatte Justo Cárdenas, der Vorsitzende des Indert, einen Landtitel von Benigno Rodríguez Barrios (Benigno Hû) annulliert, der als Auftragsmörder für den früheren Bürgermeister von Ypejhú, Wilmar Neneco Acosta, gearbeitet haben soll.

Mitu Esquivel ist erst 32 Jahr alt, er stammt aus Horqueta und wuchs dort unter entbehrungsreichen Bedingungen auf. Vor seinem Aufstieg zum Großgrundbesitzer arbeitete er als Privatsekretär von Luis Carlos Da Rocha (Cabeza Branca), einem der gefürchtetsten Drogenhändler des Landes, schreibt UH.

In der Gegend von Yby Yaú und Puentesiño sponsort Don Cornelio regelmäßig Nachbarschaftskommissionen, Sportveranstaltungen oder Schulen. Er ist in der Gegend als Wohltäter bekannt und entsprechend beliebt. In einem verlassenen Geländewagen, der mit dem Mord an Silva in Zusammenhang gebracht wird, fand sich ein Brief mit der Bitte um die Spende einer Kuh für ein Schulfest an Mitu.

Mitu wird von der Polizei gesucht. Bei Durchsuchungen auf seinen Estancias hat man Kühe gefunden, aber keine Viehhüter. Alle Verwandten und Mitarbeiter von Esquivel sind momentan verschwunden.

Quelle: Última Hora

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1 Kommentar zu “Vermeintlicher Mafia-Chef bekommt Staatsland

  1. Es wäre viel interessanter zu wissen, wer von den großen, einflussreichen Politikern und Familien hat nicht Staatsland bekommen? Das begann bereits in den 70-Jahren als große Flächen an ausländischen Investoren verkauft wurden. Die Verkäufer dieser Ländereien haben durch Mittelsmänner dieses Land von damaligen IBR-Leuten bekommen. Eine Parzelle an den (deutschen) Mann/Frau verkauft, natürlich um ein Vielfaches des Preises von IBR und schon konnten tausende Hektar bezahlt werden. Ein lohnendes Geschäft, oft nicht für den Investor, aber für die Landhändler. Und die Paraguayer machten es genauso. Von der Riesenfläche die man von IBR bekam, wurde ein kleiner Teil an Ausländer um ein Vielfaches verkauft und mit dem Erlös hat man die eigene Estancia aufgebaut. Oder man hat einfach das Land zwei- oder dreimal verkauft und das war noch ertragreicher. Und vielen Landkäufern die sich jahrelang nicht mehr um das Land gekümmert haben, hat man es anschließend wieder genommen. Ganz regulär mit einem noch heute geltenden Gesetz.