Industrielle Produktion im Gefängnis von CDE

Heute soll im Frauengefängnis von Ciudad del Este eine industrielle Produktionsstätte im Rahmen der öffentlich-privaten Allianz (APP) eröffnet werden.

Eine Zusammenarbeit des Justizministeriums mit der japanischen Firma Fujikura soll den Inhaftierten eine Brücke in die Gesellschaft bauen, um nach ihrer Entlassung eine neue Existenz aufzubauen. Bereits seit Mai arbeitet eine ehemalige Gefangene erfolgreich für die Firma.

„Dies ist ein Modell zur Wiedereingliederung, durch das die Frauen, denen die Freiheit entzogen ist, eine Möglichkeit bekommen, sich zu qualifizieren, Geld zu verdienen, ihre Familien zu unterstützen und nach ihrer Haft Mitarbeiter der Firma Fujikura in Ciudad del Este zu werden“, sagte die Vizeministerin für Kriminalpolitik, Carla Bacigalupo.

Für das Projekt konnten zwei bestehende Blöcke der Strafanstalt umgewidmet werden, sodass zunächst keine baulichen Investitionen nötig waren. Geplant ist eine weitere Halle zum Ausbau der Produktion zu errichten, unklar ist, ob das Unternehmen oder der Staat die Finanzierung übernimmt. 90 Frauen sollen hier eine Möglichkeit zur Arbeit erhalten.

Fujikura produziert seit 2010 in Ciudad del Este Kabelbäume und Elektroteile, hauptsächlich als Zulieferer für Volkswagen in Brasilien. Die Steuerbefreiungen für die Wiederausfuhr von endmontierten Produkten aus vorgefertigten Teilen (Maquila) macht Paraguay für den internationalen Konzern mit japanischer Zentrale interessant.

Die Firma scheint mit diesem Joint-Venture zu wachsen, sodass die Herstellung im Gefängnis nicht zu Lasten bestehender Arbeitsplätze geht.

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

2 Kommentare zu “Industrielle Produktion im Gefängnis von CDE

  1. Die APP ist eine Bankrotterklärung des Staates bzw. der Politiker, nicht WILLIG den Volksauftrag zu erfüllen. Wenn Privatiers billiges „Humanmaterial“ im Gefängnis abgreifen können, erinnert mich das doch stark an die Arbeitslager der Nationalsozialisten: „Arbeit macht frei“

    Wer sich im Accord am „besten“ abrackert bekommt vielleicht eine Anstellung in „Freiheit“, reine Selektion und billigst. Von Vorteil ist natürlich auch, wenn die Auserwählte eh schon in CDE resident ist….

    Für Wiedereingliederung ist einzig und allein der Staat zuständig. Er hat die Mittel, den Auftrag. Profit-interessierte Privatiers sind in diesem Sinne kontraproduktiv und ein Hohn.

    LG