Jemand auf den Schuh getreten

Asunción: Am gestrigen Mittwoch wurde eine Geschäftsfrau von der Polizei angehalten als sie auf der Avenida Mariscal López in Richtung Fernando de la Mora unterwegs war. Mit den Tageseinnahmen im Gepäck beschuldigte sie die Polizei ihr Drogen im Auto platziert zu haben.

Gegen 17:00 Uhr wurde Tanya Villalba bei einer vermutlichen Routinekontrolle aus dem Verkehr gezogen. Sie wurde gebeten ihr Fahrzeug etwas von der Hauptstraße entfernt neben einem unbebauten Grundstück abzustellen und die Heckfenster zu öffnen. Auf der Rücksitzbank befanden sich die Tageseinnahmen ihrer beiden Schuhgeschäfte. Sie entwirft Schuhe und stattet u.a. Fernsehmoderatoren damit aus.

Da die Beschuldigte den Anordnungen Folge leistete, hatten nach ihrer Aussage die Polizisten die Möglichkeit ihr Drogen zu platzieren. Als die merkte wohin die Untersuchung führt filmte sie alles, rief eine befreundete Fernsehmoderatorin sowie ihren Vater an, der binnen Minuten kam. Gefunden wurden 316 Gramm Kokain. Villalba meinte, dass die Platzierung der Drogen zur Erpressung der Einnahmen vorgenommen wurde. Da sie jedoch alles in ihrer Macht stehende unternahm, dass es dazu nicht kommt, wurde sie verhaftet und verbrachte eine Nacht hinter Gittern.

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Da die Aufnahme bewies wie die Polizisten teilweise ohne Namenschilder, Polizeimarken und mit tief herunter gezogenen Mützen die vermeintliche Kontrolle vornahmen, scheint sie nun auf der sicheren Seite zu sein.
Der Kommissariatsleiter Sergio Paredes hingegen, der bei der Kontrolle nicht dabei war, wollte zuerst nicht die Namen der Beteiligten preisgeben. Er erklärte gegenüber der Presse, dass Uniformierte immer ins Visier solcher Anschuldigungen rücken und an der Sache nichts dran sei.

Villalba hingegen unterzog sich freiwillig einem Drogentest, der elf verschiedene Drogen im Körper anzeigt. Dieser war jedoch negativ. Villalba trinkt nicht einmal Alkohol.

Da unter den Polizisten auch eine weibliche Uniformierte war, reklamierte Villalba mit dem Handy filmend, ob sie denn keine Familie hätte und was diese Vorgehensweise bezwecke. Dabei heulte die Polizistin, was auch nicht gerade für die Version des Kommissariatsleiters spricht.

Der zuständige Staatsanwalt Isaac Ferreira glaubte der 29-jährigen Frau wodurch sie ihre Freiheit zurück erhielt und sorgte dafür, dass die Uniformierten vom Dienst suspendiert werden.

Wochenblatt / Hoy

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8 Kommentare zu “Jemand auf den Schuh getreten

  1. Alle Achtung vor der Frau, die hat wirklich etwas auf dem Kasten. In so einer Scheiß-sitution derart cool zu bleiben ist schwer. Respekt!

  2. Im Traumtänzerland gibt es solche Sachen nicht. Also hat die gute Frau gelogen. Nicht wahr Herr Schröder?

    1. Das habe ich nie behauptet ausserdem wohl eher Frau Schröder…die Bullen in meinem Land sind auch nicht besser.. die wurden erst „bisschen“ in ihrer Art gebremst als sie die Frau vom britischen Konsul halbtot auf einer Bushaltestelle verprügelt haben!!Seit dem wird man halt nur noch im Verhörzimmer verkloppt und falsche Anschuldigungen gibt es bei uns auch genug.. wenigsten wusste die Frau sich zuhelfen. Ausserdem Bullen sind immer nur Bullenschweine das ist international so!!Freund und Hänker.

      1. genau.
        Zwischen Kinn und Nasenbein passt immer noch ein Pflasterstein 😉 (haben wir früher zumindest am 01. Mai. gegrölt)

  3. Ich bewundere die Redaktion, das sie solche Überschrifft wagen zu schreiben. Damit verstehe ich, das sie der Frau nicht glauben. Dabei, so der Text es beschreibt, ist die Frau im Recht und ist aller Anerkennung wert. Solche Polizisten, die solches tun solten mehr spüren als entlasen zu werden.

    1. @heinrich – komisch, ich hab es genau anders herum verstanden. Sie ist der Polizei auf die Fuesse getreten mit ihrer Resistenz.

  4. Gute Reaktion. die Frau hat Mut. Alle Achtung!
    Die Polizisten gehören von Dienst entfernt und eingesperrt!
    Eine Schande für jeden Staat
    Dieser miese Trick ist seit vielen Jahren sehr, beliebt in aller Welt um Geld zu machen!

  5. Das war eine richtig gute Aktion von der Frau. Damit hatten diese korrupten Schweine nicht gerechnet. Ich denke aber auch das ihr Vorteil, jung und weiblich zu sein, gewisse Vorteile in Paraguay bringt. Haette ein Mann die gefilmt, waeren die Polizisten vielleicht grob geworden.