San Lorenzo: Die Staatsanwaltschaft hat den Schriftsteller und Lehrer Mauro Javier Lugo wegen mutmaßlichen Betrugs in Höhe von schätzungsweise über 280 Millionen Guaraníes angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, ältere Frauen mit Gedichten umworben und sie anschließend um Geldbeträge für angeblich literarische Projekte gebracht zu haben.
Ever García, Staatsanwalt der Stadt, erhob die formelle Anklage gegen Lugo. Den ersten Ermittlungen zufolge wird ihm ein Betrugsfall in Höhe von 80 Millionen Guaraníes zur Last gelegt. Hinzu kommen weitere Anzeigen von Opfern, die im Rahmen derselben Masche Gesamtsummen von über 200 Millionen Guaraníes nennen.
Die dem ehemaligen Präsidenten der Akademie der Guaraní-Sprache (Academia de la Lengua Guaraní) zugeschriebene Vorgehensweise bestand darin, das Vertrauen erwachsener Frauen durch vorgetäuschte romantische Gefühle zu gewinnen. Durch das Widmen von Gedichten und höflichen Umwerbungen auf Guaraní täuschte der Lehrer die Opfer, um sie unter dem Vorwand, seine Bücher oder akademischen Projekte zu finanzieren, um beträchtliche Geldüberweisungen zu bitten.
Während das Strafverfahren voranschreitet, wartet der Staatsanwalt auf das Erscheinen weiterer Betroffener, was die rechtliche Situation des „Poeten“ noch komplexer erscheinen lässt.
Die Anklage wurde Anfang Juli eingereicht – mehrere Monate nach der ersten Anzeige gegen ihn im vergangenen Januar. Damals hatte eine der Geschädigten, die aus dem Ausland angereist war, um ihren „Verlobten“ überraschend zu besuchen, andere Frauen angetroffen und bei einem Gespräch festgestellt, dass diese ebenfalls betrogen und vom Angeklagten mit Heiratsversprechen getäuscht worden waren.
Anfangs hatten sie Angst, Anzeige zu erstatten, da Lugo mit seinen einflussreichen Kontakten prahlte.
Mauro Lugo trat erst am 14. August von seinem Amt als Präsident der Akademie der Guaraní-Sprache zurück.
Wochenblatt / Hoy















