Kolonie Independencia: Etwa drei Stunden von Asunción entfernt findet man einen Ort der Entspannung und Erholung, der einem durch das Murmeln des Wassers, das spezielle Geräusch zwischen den Steinen, die Bäume, ihre Früchte und Blüten, Fische, Schmetterlinge und den Gesang der Vögel den inneren Frieden zurückgibt. Es hilft dabei, sich als Teil dieses natürlichen Ganzen zu fühlen.
Vom Dschungel geschützt, entspringt an der Nordostflanke des Ybytyruzú-Gebirges der Bach Tacuara. Auf seinem Weg hinab zum Fluss Tebicuarymí bildet er wunderschöne Wasserfälle, die natürliche Attraktionen des Tourismus-Circuits von Guairá sind, mit seinem Zentrum in Independencia. Die Kraft des fallenden Wassers formt spezielle Gestalten in den Sandstein des Flussbettes, wunderschöne natürliche Becken und Szenarien von großer Schönheit, umgeben von privilegierter Vegetation, einer Vielfalt an Schmetterlingen und der lokalen Fauna.
Unter ihnen sticht der Salto Pozo Hondo hervor, etwa 180 km von Asunción entfernt. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwas mehr als drei Stunden bis zur Abzweigung nach Melgarejo an der Route PY10. Von dort sind es etwa vier Kilometer über einen Weg in nicht sehr gutem Zustand bis zum Eingang. Er ist ein idealer Zwischenstopp für Besucher des Ybytyruzú-Parks oder des Cerro Akatî. Das Gelände gehört der Diözese Villarrica und bietet Parkplätze, Camping, Grills und Toiletten, verfügt jedoch weder über Strom noch fließendes Wasser. Der Eintritt kostet am Wochenende 10.000 Guaranies.
Tiefe und Schönheit
Man kann kaum ermessen, über welchen Zeitraum die natürlichen Gruben des Tacuara-Baches ihre Form annahmen, insbesondere die Hauptgrube dieses Wasserfalls, die ihm seinen Namen gab: Pozo Hondo. Sie ist etwa acht Meter tief, weshalb Schilder und Einheimische eindringlich davor warnen, dort ohne Schwimmkenntnisse ins Wasser zu gehen oder Kinder unbeaufsichtigt zu lassen.
Das Rauschen des Wassers ist sehr entspannend, und das Sonnenlicht, das auf dem Wasser und den Steinen reflektiert, erzeugt eine magische Atmosphäre, die oft durch den Vorbeiflug eines blauen Schmetterlings gekrönt wird. In den Steinen findet man ein kurioses, zylindrisches Loch, das das Wasser mit seltsamer Präzision geformt hat.
Sicherheitsvorkehrungen
Humberto del Valle, der Verwalter, betont die Sicherheit: „Das Becken ist sehr tief. Man steigt über eine Leiter hinab, bei der man ebenfalls vorsichtig sein sollte. Im tiefen Bereich dürfen nur Schwimmer baden; auf der rechten Seite ist es flach, dort kann man sich entspannen.“ Er merkt an, dass der Tourismus zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Lage nachgelassen hat. Er empfiehlt Besuchern, sich vorher in Melgarejo mit Vorräten einzudecken. Zudem bedauert er, dass die Fauna durch Jäger abgenommen hat; Affen gibt es kaum noch, nur noch wenige Echsen.
Eine Herberge aus Bambus (Tacuaras)
„Ich habe die Bautechnik bei einem kolumbianischen Architekten gelernt“, erzählt Darío Paredes vor seinem Restaurant und seiner Herberge in Melgarejo. Der Bau fällt durch die Verwendung von Tacuara-Bambus auf. Er nutzt die alte Technik aus Lehmwänden und Kapi’i-Stroh. Auch er beklagt den schlechten Zustand der Wege und die fehlende Beschilderung für Touristen. In seiner Herberge kostet eine Nacht mit TV und Wi-Fi 120.000 Guaranies.

Ein essenzieller Bach
Der Bach Tacuara ist ein wichtiger Wasserlauf, der den Distrikt Independencia durchquert. Er ist bekannt für seine Schluchtenbildungen durch Erosion. Wissenschaftliche Arbeiten der Katholischen Universität Guairá (Campus Guairá) unter der Leitung von Juan Carlos Decoud betonen, dass nachhaltiger Tourismus eine proaktive Alternative zum Schutz der Umwelt darstellt.
Tourismus und Naturschutz
Studien belegen eine positive Korrelation zwischen Tourismus und Naturschutz, da in Gebieten mit touristischer Nutzung oft eine Erholung der Waldflächen beobachtet wird. Das Gesetz Nr. 3001/06 (Regime für Umweltdienstleistungen – RSA) ermöglicht es eigentlich, Landbesitzer finanziell zu entschädigen, die Wälder und Feuchtgebiete schützen. Kritisiert wird jedoch die mangelhafte Umsetzung des Gesetzes und die fehlende Information für die Bevölkerung.
Fazit der Studie
Die Forschung zeigt einen Mangel an Koordination zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor. Lokale Regierungen agieren kaum als Förderer des Tourismus oder des Naturschutzes im Ybytyruzú-Reservat. Während private Initiativen (Herbergen, Vereine) versuchen, die Natur zu erhalten, entstehen negative Auswirkungen oft durch Steinbrüche, Abholzung für Landwirtschaft und illegale Jagd. Ein gemeinsames Gremium aller Ebenen sei notwendig, um die Integrität des Reservats zu bewahren.
Wochenblatt / La Nación















