Besser man erkrankt nicht

Asunción: Über Jahre wird vom Lohn der Beitrag für das Fürsorgeinstitut IPS abgezogen und nun wo eine Operation ansteht, muss man selber tief in die Tasche greifen, um alle nötigen Materialien zu bekommen.

Wer einen Stent (oder auf deutsch Gefäßstütze) braucht zum Offenhalten von Gefäßen oder Hohlorganen muss das medizinische Implantat selbst und auf eigene Kosten beschaffen, denunzierten Versicherte des IPS. Obwohl das Fürsorgeinstitut dafür aufkommen muss, wird das Fehlen gerne auf Versorgungsengpässe geschoben, die jedoch indirekt auf fehlende finanzielle Mittel zurückzuführen sind.

Eine Familie aus Caaguazú musste beispielsweise all ihr Vieh verkaufen, um den 12.000.000 Guaranies teuren Stent zu erwerben, damit der Patient, der seit Wochen mit dem Tod ringt, operiert werden kann.

Der Geschäftsführer für Dienstleistungen des IPS, Armando Rodríguez, erklärte, dass sie die Stent vorrätig hätten, ebenso die notwendigen Medikamente. Er fügte jedoch hinzu, dass nur die Hauptversicherten (die Tochter des Patienten) und nicht die Zusatzversicherten Anspruch auf diese Begünstigungen hätten.

Personen, die IPS Versicherung zahlen, können Ehepartner, Kinder und sogar Eltern mit in ihre Versicherung aufnehmen. Bis jetzt gingen viele wohl davon aus gleichberechtigt zu sein. Zu welchen fatalen Folgen das im Ernstfall führen kann zeigt dieses Beispiel anschaulich.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Besser man erkrankt nicht

  1. Sicherheit gibt es keine, dieses Wort ist eine Illusion. Man überlege es sich immer, wie viel man dafür bezahlt, weil es auch komplett umsonst sein kann und hier oft sogar System dahinter steckt.

  2. ja IPS ist auch nur lug und trug, man hätte ja auch eine zusatzversicherung abschliessen können, aber das machen halt die paraguayer nicht weil ihnen ja versprochen wird das dann „alles“ übernommen wird, was halt dann leider im ernstfall doch nicht so ist.

    1. Die IPS habe ich als sehr zuverlässig erlebt. Sie gehen ran wie Blücher – beim Kassieren und Schummeln.
      Erinnert mich irgendwie stark an andere Staatsbetriebe…

  3. Im Alter und bei Krankheit ist man hier ohne ausreichende Notrücklage der „Mops“. Vor allem als Einwanderer, wenn man auf sich allein gestellt ist. In vielen Fällen wäre es daher besser rechtzeitig in die alte Heimat zurück zu kehren. Dort fängt einen wenigsten das soziale Netz auf. Warum wohl wollen so viele „Flüchtlinge“ nach Deutschland/Österreich/Schweiz? Und junge Menschen, womöglich mit schulpflichtigen Kindern, werden hier kaum auf die Beine kommen, in einem Leben ohne große Perspektiven und mangelnde Freizeitangeboten. Wehe, sie oder ihre Kinder werden krank oder fallen einem Unfall zum Opfer. Wer sich mit dem Gedanken befaßt nach Paraguay auszuwandern, sollte sich das wenigsten 100 mal gut überlegen und nicht auf den nächst besten Landsmann hören.

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