Beweise doch stichhaltig: Senator Erico Galeano zu 13 Jahren Haft verurteilt

Asunción: Der paraguayische Senator der Colorado-Partei, Erico Galeano Segovia, wurde am Mittwoch von einem spezialisierten Strafgericht für organisiertes Verbrechen zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Galeano in Geldwäsche und kriminelle Vereinigung verwickelt war. Die Vorwürfe gingen aus den Ermittlungen der großangelegten Anti-Drogen-Operation „A Ultranza Py“ hervor. Trotz des Urteils bleibt der Senator vorerst auf freiem Fuß, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

1. Das Urteil

Strafmaß: 13 Jahre Freiheitsentzug.

Straftatbestände: Geldwäsche und logistische Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Hintergrund: Verbindungen zu den Köpfen der Drogenorganisation, Miguel Ángel Insfrán (alias „Tío Rico“) und dem flüchtigen Sebastian Marset.

2. Die Beweisführung des Gerichts

Das Gericht unter dem Vorsitz von Pablino Barreto stützte das Urteil auf mehrere zentrale Punkte:

Immobiliengeschäft in Altos: Galeano kaufte 2013 ein Luxusanwesen im „Aqua Village“ für rund 210.000 USD. Er verschwieg diese Immobilie in seiner Steuererklärung, als er 2018 Abgeordneter wurde.

Verkauf an Strohmänner: 2020 verkaufte er das Anwesen für 1 Million USD in bar an Hugo Manuel González Ramos. Das Gericht stellte fest, dass der Käufer finanziell gar nicht in der Lage war, diese Summe aufzubringen. Der tatsächliche Hintermann des Kaufs war der Drogenboss Miguel Ángel Insfrán.

Verschleierung: Der Verkauf wurde über private Verträge ohne öffentliche Urkunde abgewickelt, was laut Gericht dazu diente, die Spur des Geldes und den wahren Käufer während der Pandemie zu verbergen.

Logistik (Flugzeug): Galeano stellte der kriminellen Organisation sein Privatflugzeug zur Verfügung. Unter anderem reiste Sebastian Marset damit, nachdem die eigene Flotte der Organisation bei einer Razzia beschlagnahmt worden war.

Fußball-Verbindung: Galeano investierte illegale Gelder (über 10 Milliarden Guaraníes) in den Fußballclub Deportivo Capiatá, wo er zeitweise Präsident war, während Sebastian Marset dort als Spieler gemeldet war.

3. Aktueller Status des Verurteilten

Obwohl er verurteilt wurde, ordneten die Richter keine sofortige Inhaftierung an. Aufgrund seiner parlamentarischen Immunität (gemäß Artikel 191 der Verfassung) kann Galeano erst ins Gefängnis geschickt werden, wenn das Urteil durch den Obersten Gerichtshof endgültig bestätigt wurde. Die drei Monate, die er bereits unter Hausarrest verbracht hat, werden auf die Strafe angerechnet.

Wochenblatt / Abc Color

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