Coronel Cubas und das Stroessner Regime

Am 21. November 1928 wurde Barboza Cubas geboren und trat schon mit 13 Jahren in die paraguayische Armee ein. 1989 starb er bei einem Flugzeugunglück in Itaipú unter mysteriösen Umständen und wurde in den Ybytyruzú Bergen begraben.

Cubas und Sohn

Victor Cubas, einer von 13 Kindern, erzählte einen Teil seiner Lebensgeschichte. „Mein Vater machte in der Armee schnell Karriere. Als Stroessner 1954 an die Macht kam und ihn vorher gefördert hatte, erkannte er, dass mein Vater viel Einfluss hatte“, erklärte Cubas.

Im Zuge dessen ging Barboza Cubas 1956 für acht Jahre ins Exil, wurde aber vorher noch zum Oberst befördert. Unter anderem war er drei Jahre lang Militärattaché in den USA. Aber er wollte wieder nach Paraguay zurück, in seine Heimat. 1964 Jahre kam er auf Schleichwegen in die Ybytyruzu Berge und versteckte sich dort sieben Monate. Viele Einheimische versorgten ihn mit Kleidung und Nahrung. Die Geheimpolizei von Alfredo Stroessner fand ihn aber und brachte ihn nach Asunción. In den darauffolgenden Jahren war er, unter anderem, in der Dominikanischen Republik als militärischer Berater tätig. 1970 wurde er dann als Sicherheitschef in der Alkoholfrabrik in Troche eingesetzt, ab 1971 bis 1989 war er in Yacyretá angestellt und zum Schluss wechselte er nach Itaipú.

„Mein Vater wollte mehr Demokratie und keine Diktatur, beide aber, Stroessner und er, wussten, sie müssen irgendwie miteinander auskommen“, sagte Cubas. Am 19. Oktober 1989 passierte dann das schreckliche Flugzeugunglück. Eine Propellermaschine vom Typ T-27 Tucano wollte in Itaipú, am Flughafen Hernandarias, landen. Barboza Cubas war mit weiteren Personen auf dem Gelände, als es beim Anflug zu Problemen kam und das Flugzeug mit einem Flügel den Kontrollturm streifte und abstürzte. 11 Personen starben sofort, Barboza Cubas Haut war zu 92% verbrannt und er verstarb zwei Tage später. Wie es genau zu dem Unglück kam, wurde nie ganz aufgeklärt, die meisten Personen erlitten Verbrennungen durch das sich entzündende Flugbenzin. Auch beide Piloten kamen ums Leben. Victor Cubas war damals neun Jahre alt.

Cubas

„Mein Vater wurde dann am Cerro Akati begraben, dort befindet sich auch eine Gedenktafel. Wir hatten in den Bergen 7.000 Hektar Besitz. Nachdem es ein Naturschutzgebiet ist dürfen wir die Fläche nur nach naturschutzrechtlichen Vorgaben nutzen. Ein anderes Areal in Melgarejo, das Camping Tacuara, ist unser Eigentum seit 1970. Vor zwei Jahren eröffneten es vier Geschwister zusammen mit mir und wollen Tourismus und Geschichte gemeinsam fördern“, sagte Cubas.

Das Buch über die ganze Geschichte von Coronel Cubas können Sie im Camping Tacuara, in Melgarejo, Departement Guairá, einsehen. Die Örtlichkeit befindet sich in der Nähe vom Stadtplatz. Victor Cubas, einer der Inhaber, spricht deutsch und beantworteten ihn gerne Fragen zu der Geschichte seines Vaters.