Das Milliarden-Loch: IWF macht Druck – wackelt Peñas Versprechen gegen neue Steuern?

Asunción: Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) schreiten bei ihrer jährlichen Überprüfung nach Artikel IV des Abkommens weiter voran – einem Mechanismus, mit dem der Fonds die wirtschaftliche, finanzielle und fiskalische Gesundheit der Mitgliedsländer umfassend bewertet.

Im Rahmen dieser Evaluierung besuchten sie kürzlich die Räumlichkeiten der Nationalen Direktion für Steuereinnahmen (DNIT). Konkretes Ziel war es, sich über die Entwicklung der Steuer- und Zolleinnahmen Paraguays sowie über die Perspektiven und Herausforderungen des Finanzmanagements zu informieren.

Wie die DNIT über ihre offiziellen Kanäle mitteilte, zeigte die vom Ökonomen Fabián Valencia geleitete IWF-Mission besonderes Interesse daran, Informationen über die von der Behörde vorangetriebenen Pläne, Initiativen und Maßnahmen zu erhalten. Diese zielen darauf ab, das nationale Steuersystem effizienter zu gestalten und so die Einnahmen sowie die Steuerquote zu erhöhen.

Mehr als einmal haben Experten kritisiert, dass Paraguay eines der Länder mit der niedrigsten Steuerquote in der Region bleibt, insbesondere vor dem Hintergrund einer kontinuierlich steigenden Staatsverschuldung.

Trotz der Warnungen und Empfehlungen, neue Steuern für einkommensstarke Sektoren einzuführen, blieb die Regierung von Santiago Peña jedoch bei ihrer Haltung, dass während dieser Amtszeit weder Steuern erhöht noch neue Abgaben geschaffen werden. Stattdessen erklärte sie, dass das Wachstum durch die Aufnahme neuer Steuerzahler und die Umsetzung von Maßnahmen erzielt werden soll, die das Einnahmenwachstum stützen.

Neben dem Besuch bei der DNIT kam die IWF-Delegation bereits mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums und der Zentralbank von Paraguay zusammen, wo sie die wirtschaftliche Entwicklung, die makroökonomischen Perspektiven sowie die lokalen fiskalischen, monetären und finanziellen Fortschritte analysierten.

Steuerquote erreichte 11,2 % Ende 2025

Laut dem Bericht über die Finanzlage der Zentralregierung (Situfin) des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen (MEF) lag die Steuerquote Paraguays zum Ende des Jahres 2025 bei 11,2 % des BIP. Dies spiegelt einen leichten Rückgang im Vergleich zu 11,3 % im Jahr 2024 und 11,4 % im Jahr 2023 wider. Dies verdeutlicht wiederum eine Verlangsamung des Wachstums bei den Einnahmen und der Wirtschaftsleistung in diesem Zyklus, obwohl eine Vergrößerung der Steuerzahlerbasis registriert wurde.

Dem letztjährigen Bericht über die öffentlichen Finanzen zufolge wurde für dieses Jahr 2026 geschätzt, dass die Steuereinnahmen im Vergleich zum genehmigten Gesamthaushaltsplan der Nation für 2025 um 13,4 % steigen würden, was sich in einer Steuerquote von ebenfalls 11,3 % des BIP niederschlagen sollte.

Bei den übrigen Einnahmenkomponenten, wie den Sozialbeiträgen, wurde ein Anstieg von 48,1 % erwartet, was teilweise durch Anpassungen bei den Beiträgen des Polizeisektors aufgrund neuer Verträge für das Personal erklärt wird. Bei den Schenkungen und Spenden wurde eine positive Veränderung von 5,5 % geschätzt, während für die sonstigen Einnahmen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr prognostiziert wurde, was auf geringere Einnahmen aus den binationalen Wasserkraftwerken zurückzuführen ist – ein Trend, der bereits zum Ende des vergangenen Jahres beobachtet wurde. Diese Prognosen werden derzeit noch überwacht, da in diesem ersten Halbjahr 2026 bereits geringere Einnahmen als erwartet verzeichnet wurden.

Wochenblatt / Ultima Hora

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

Kommentar hinzufügen