Montevideo: Vorgestern wurde der Tod von José “Pepe“ Mujica, dem ehemaligen Präsidenten Uruguays, der als “ärmster Präsident der Welt“ galt, bestätigt.
Vor einigen Jahren empfing der ehemalige Präsident ein Team von Journalisten der Zeitung La Nación auf seiner Estancia in Rincón del Cerro und ermutigte junge Menschen, frei zu leben, Zeit mit ihren Lieben zu verbringen und dabei die Geselligkeit nicht zu vergessen.
„Im Leben geht es nicht nur um Arbeit. Man braucht auch Zeit für seine Lieben, für zwischenmenschliche Beziehungen und für seine Kinder. Und wer sich diese wichtige Zeit für seine Lieben nicht nimmt, ist aufgeschmissen. Denn wenn man geht, nimmt man sein Vermögen nicht mit in den Sarg“, sagte er in einem Interview mit Arturo Peña, dem damaligen leitenden Journalisten des Presseteams und heutigen Chefredakteur von La Nación.
In dem Interview riet Mujica jungen Menschen, nicht dieselben Fehler zu machen. Wenn sie die Welt nicht ändern könnten, hätten sie die Möglichkeit, ihre eigene Meinung zu kontrollieren, damit die Welt sie nicht herunterzieht und sie nicht ihr ganzes Leben damit verbringen, verzweifelt Rechnungen zu bezahlen.
„Jagt nicht ständig hinter anderen her und verwechsele Sein mit Haben. Denn wenn wir den Leuten erzählen, der einzige Weg zum Erfolg im Leben sei Reichtum, verurteilen wir sie zu der Angst und Verzweiflung, die mit dem Streben nach Reichtum einhergeht. Es ist klar, dass man arbeiten muss, um zu leben, und wer nicht arbeitet, lebt von jemandem, der arbeitet“, betonte der Ex-Präsident.
Er fügte an, dass ein einfaches Leben keine leichte Angelegenheit sei und man lernen müsse, nur mit dem zu leben, was man brauche. „Lebe nicht mit dem Motto: ‘Diese Rechnung muss ich zahlen, diese noch und diese auch noch‘, denn damit verlierst du deine Freiheit. Du bist frei, wenn du dein Leben damit verbringst, Dinge zu tun, die du liebst, Dinge, die dich motivieren. Es ist die Zeit für alte Leute, Boccia oder Karten zu spielen, sich zu unterhalten, das ist heilig“, erklärte Muijac.
Eine Schuld gegenüber Paraguay
Mujica hieß die Journalisten auf seinem Anwesen im Innenhof willkommen und erinnerte daran, dass der Krieg, der Paraguay verwüstete, in Uruguay begann. „Einige von uns glauben, dass wir dem paraguayischen Volk gegenüber eine langjährige historische Schuld tragen, was die Bedeutung dieser Katastrophe für die Geschichte Paraguays und Amerikas betrifft“, meinte er.
Er sprach auch über Klimawandel und Regionalpolitik. „Lateinamerika ist der Kontinent mit der größten Ungleichheit und einer erschreckenden Tendenz zur Konzentration von Reichtum. Dieser Kampf wird zum Teil von der Haltung der Intelligenzija bestimmt werden“, erklärte der Ex-Präsident.
Er fügte hinzu, dass der Mensch ein wundervolles Tier sei, das zu den heldenhaftesten Taten und dem unglaublichsten Unsinn fähig sei. „Es gibt Technologien, mit denen man darauf reagieren kann, aber es gibt keine ökologische Krise, sondern eine politische Krise. Der Mensch hat eine Zivilisation entfesselt, die heute nicht mehr regieren kann“, betonte er abschließend.
Wochenblatt / La Nación














Land Of Confusion
Ein weiser Mann ist von uns gegangen. Dieser Mann hat nicht von Bescheidenheit gesprochen, sondern auch gelebt.
Geld verdirbt den Charakter, Bescheidenheit stärkt sie.
Natürlich kann man sich hin und wieder was gönnen, das macht das Besondere so besonders, z.b. mal in den Urlaub fliegen. Aber wer ein Jetset-Leben führt oder danach trachtet, sich alles kaufen kann, was man will, der findet sein Glück nur noch in Drogen, weil die oberen Gesellschaftsschichten so gut wie immer verlogen, oberflächlich und verdorben sind.
In diesem Sinne: Ruhe in Frieden, Señor Mujica.