Die paraguayische Bildung, Platz 138 von 148 Ländern

Asunción: Paraguay kommt weiterhin nicht aus dem Keller und zeigt in der Wettbewerbsfähigkeit keine Besserung. Laut der Weltwirtschaftsforum belegt Paraguays Bildung einen solchen Platz den Optimisten damit auslegen, dass es noch 9 schlechtere gibt und Pessimisten haben genau so recht wenn sie erklären es gäbe 137 bessere.

Im vergangenen Jahr lag Paraguay noch auf Platz 133 von 144 möglichen, was bei genauer Betrachtung auch Fragen aufwirft wer an dem Missstand schuld trägt. Die Lehrer, die immer an vorderster Front kämpfen, zumindest wenn es um ihr Gehalt/Rente geht, dürften in Erklärungsnot kommen oder andere Faktoren wie das Wetter oder das nicht ausgegebene Frühstück zum Beispiel ins Spiel bringen.

Bei einer weiteren Bewertungsliste, wo die Anzahl der Abschlüsse der Mittelstufe registriert wurden belegt Paraguay überraschenderweise Platz 106 und bei Aufbaustudium sogar schon Platz 73. Dies jedoch kommt nur dank der unzähligen Universitäten zustande, die quasi mit wertlosen Titeln um sich werfen und dem Schüler ein falsches Bild seines Bildungsstandes vermitteln.

Bei der Bewertung der Qualität der Ausbildung in Naturwissenschaften und Mathematik belegt Paraguay einen kampflosen Platz 142 von 148. Bei Zugängen zu Internet in den Bildungseinrichtungen sieht es ähnlich schlecht aus mit Platz 130, was schon ein Wunder ist, da auf Grundschulen noch nicht einmal die Direktorin einen Computer besitzt.

In einem schriftlichen Auswahltest des Bildungsministeriums bei dem 8.000 Lehrer im vergangenen Februar teilnahmen rasselten 60% durch die Prüfung. Aus diesem Grund können gewisse Stellen gar nicht besetzt werden, weil die Mehrheit unterqualifiziert ist.

(Wochenblatt / Abc)

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10 Kommentare zu “Die paraguayische Bildung, Platz 138 von 148 Ländern

  1. Hier bietet sich doch eine Möglichkeit Recourcen zusammen zu nutzen? Deutschland hat massig ausgebildete Arbeitslose, speziell ältere Fachleute, welche die Wirtschaft nicht mehr korrekt bezahlen will! So könnte man mit finanzieller Unterstützung Deutschlands eine Art Ausbildungszentrum schaffen, in welchem Deutsche Fachkräfte paraguayische Lehrlinge ausbilden. Solche fertigen Fachleute könnten eine spezielle Zertifizierung bekommen, und wären sicher am Arbeitsmarkt gefragte Spetialisten! Paraguay braucht dringend gute Handwerker in allen Bereichen. In diesen Ausbildungsstätten könnte auch finanzielle Grundlage für spätere Gründungskredite geschaffen werden. Weitergehend könnten diese Fachleute dann wiederum Leute ausbilden! Deutschland könnte wieder Arbeitsplätze bieten und Paraguay den Ausbildungsstand erhöhen, in Zukunft vielleicht sogar Wertsteigerungen der Waren erhalten, welche nun im Lande verarbeitet werden können und nicht als Rohstoffe billig verscherbelt werden müssten? Eine WinWin Situation!

    1. Christian, wie lange bist du schon in Paraguay?

      Es läuft hier in etwa so ab; nehmen wir als Beispiel #1 einen Arzt.
      Bist du ein wirklich, wirklich guter Medizinstudent, dann nützt du deine Chance und gehst nach Europa oder die USA.
      Bist du ein guter Arzt, dann gehst du nach Brasilien oder Argentinien.
      Bist du so halbwegs brauchbar, aber nicht gut genug für das Ausland wirst du in Asuncion bleiben müssen.
      Nur wer dafür zu schlecht ist und wem gar nichts anderes über bleibt, geht arbeitet in Paraguay anderswo.

      Das ist in ausnahmslos allen Bereichen so.
      Dem Land Paraguay bleibt der Bodensatz, der ohnehin schon bescheidenen Mitarbeiterqualität.

      Bildest du etwa als Deutscher hier einen Paraguayer aus, dann denkt sich dieser nach 1 Jahr Anlernzeit er ist ein großer Meister und macht sich neben dier selbständig, bietet seine Leistung für 50% deiner Tarife an und lacht dich aus.

      Deswegen gibt es keine Lehre in Paraguay. Weil der Paraguayer seine Landsleute kennt und weiß, er würde sich nur selber Konkurrenz heranzüchten.
      Das ist eben der Nachteil der Gewerbefreiheit – jeder kann alles machen. Wenn du Qualität haben willst, dann mach es selber!

    2. Gute Idee. Nur, wer soll das bezahlen? Diese Art der Ausbildung würde riesige Summen verschlingen – Gelder, die gegenwärtig von wenigen Personen für sich genutzt werden.
      Um solch ein Projekt anzuschieben, müsste man vorher den ganzen Regierungsapparat auseinandernehmen und sämtlichst sinnlose Stellen streichen. Das kann aber selbst ein H.C. nicht, der ja offenbar schon gezwungen ist, Zugeständnisse einzugehen und wieder selbst sinnlose Stellen mit unfähigem Parteiklientel zu besetzen.

  2. @Christian das haben wir schohn mal versucht: die tochter eines bekannten wollte nach abschluss ihres PYstudiums in deutschland ein jahr deutsch lernen und bat uns um unterstützung. meine frau wahr von sofiel lernbereitschaft angethan und hat gleich alles nötige in die wege geleitet und schohn eine woche späther der A..a mitgeteilt das sie in deutschland wohnen und lernen könnte. mit einem gesunden mistrauen fragte sie uns wie denn die bedingungen währen.meine frau hat sofort geantwortet das sie die reisekosten übernimmt , unsere gästewohnung bereitstellt,ein monatliches taschengeld von 250€ für angemessen hält da ja kost und logie umsonst ist, und einen deutschkurs auf der VHS 4x wöchentlich für 6 stunden für 1 jahr bezalt. promt kahm die antwort; wohnung und taschengeld sind o.k. aber statt dem jahreskurs auf der VHS hätte sie lieber ein kleines auto denn gelernt hätte sie genug.an diesem tag hat meine frau festgestellt das es in D auch kinder gibt die Hilfe nötig haben.

  3. Über die Qualität der py Lehrer und deren Arbeitsmoral habe ich mich ja schon einige Male hier in den Leserbriefen ausgelassen.

    @Christian
    die Idee ist im Grunde genial, ist aber leider hier in Py nicht umsetzbar.
    Wie 9mm schon schreibt: es ist nicht möglich, einem Py wirklich etwas beizubringen.
    Ein Jahr? Solange bleiben sie erst gar nicht.
    Nach 3 Monaten sind sie weg, denn dann können sie ja schon alles.
    Und wie ich dann mal mitbekam, meinte einer von ihnen:
    die Deutschen müßten ja schon ein dummes Volk sein, daß sie 3 Jahre bräuchten, etwas zu lernen, wofür ein Paraguayer nur 3 bis 4 Monate bräuchte.
    Das wars dann. Danke fürs Gespräch.

    @Hartmut
    Und gut, daß sie es gleich gesagt hat, hat euch viel Geld erspart.
    So schlau, wie sie denken, sind sie dann doch nicht 🙂

  4. Hätte ich ganze drei Stunden täglich zur (öffentlichen) Grundschule müssen – aber nur wenn es nicht regnet oder nocht gestreikt wird – müsste ich wohl als Erwachsener auch 4×3.900 Gs mit dem Taschenrechner ausrechnen…

  5. habe mir die gesamte statistik im internet angeschaut.
    leider sind die einzelnen bewertungszahlen in den untergruppen schwer zu lesen.im vorjahr lag paraguay
    bei 144 laendern auf platz 116. dieses jahr bei 148
    laendern auf platz 119, etwa gleich auf mit laendern wie
    aegypten,kirgistan,nigeria.besonders in sachen bildung,
    erfindungen usw liegt paraguay ganz hinten. wenn ich es richtig gelesen habe liegt paraguay in sachen „vertrauen
    in die politiker“ auf platz 146,also drittletzter.ich meine man darf nicht alle ergebnisse auf die „goldwaage“legen,
    aber der trend nach hinten muesste besorgnis erregen.
    und besonders in sachen bildung und forschung gibt es keine „blitzloesungen“.

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