Die Tradition der Straflosigkeit

Asunción: Obwohl viele Bürger meinen, dass das Coronavirus und die damit verbundenen Auswirkungen das System der Korruption in Paraguay verändern könnte, scheint die Tradition der Straflosigkeit weiter fortgesetzt werden.

Die Rücktritte in der Regierung des Präsidenten Mario Abdo Benitez halten auch in der Quarantäne durch Covid-19 an. Verursacht vor allem durch einen starken Bürgerdruck und sehr schlecht gelaunten Menschen, weil sie seit fast zwei Monaten nicht mehr gearbeitet oder ein Einkommen erzielt haben. In anderen Gesellschaften kommt es bereits zu einer Insolvenzsituation, in der sich derzeit Tausende von Paraguayern befinden könnten und wenn man sieht, wie einige Administratoren leben und wie sie knappe Ressourcen für einige Waren kaufen und ausgeben, die mit Problemen der Gesundheit zu tun haben ist es logisch, dass die enorme Wut der Bevölkerung sie als Ganzes trifft.

So wie der Leiter von der zivilen Luftfahrtbehörde Dinac zurückgetreten ist, musste die Vorsitzende der staatlichen Ölgesellschaft Petropar ebenfalls ihren Hut nehmen und viele weitere sollten so weitermachen. Vor allem dann, wenn man die Möglichkeit hat, nachzuforschen, was sie gekauft haben, was es wert war und was wirklich bezahlt werden sollte, werden wir feststellen, dass unter solchen Umständen nur sehr wenige gerettet werden können.

In Paraguay gibt es eine Tradition der Korruption, die mit der Idee der Straflosigkeit verbunden ist. In diesem Land hat derjenige, der stiehlt, nur eine 1%-ige Chance, verurteilt zu werden, 99% erhalten eine Rettung durch irgendeine Art von Umstand. Solange diese Gleichung fortbesteht, wird der Anreiz für die Korrupten immer zu hoch sein und die Ohnmacht der Menschen gleich.

Wochenblatt / El Independiente

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

4 Kommentare zu “Die Tradition der Straflosigkeit

  1. Die Politiker provozieren die Rücktritte selbst mit betrügen und terrorisieren der Bürger (z.b. mit komplett überzogenen Corona Einschränkungen etc.).meiner Meinung nach!
    In Paraguay, Deutschland, Österreich egal wo, haben die *Volksvertreter* soviel Geld gescheffelt und bevor es für sie gefährlich werden kann provozieren sie und arrangieren es so, dass sie bald abtreten können.
    Dann brauchen sie sich nicht mehr verantworten und ihren Luxus genießen von dem Geld der Steuerzahler!
    Warum durchschaut das böse Spirl nicht jeder.

  2. Diese ganze Korruption und Missbrauchswirtschaft ist Kulturgut und in allen Köpfen fest verankert. Wird sich nicht ändern.

    1. Aber niemand scheint sich in diesem Lande daran zu stören. Im Gegenteil, die finden das zum größten Teil als völlig in Ordnung, wenn nicht sogar als besonders clever. Steckt wohl so tief in den Genen, daß es kein Gegenmittel zu geben scheint. Soll sich also niemand in Paragauy beschweren, daß es in diesem Land nicht wirklich vorwärts geht, daß die Kriminalität nicht wirklich reduziert werden kann, daß sich die Mächtigen auf Kosten der Schwächeren bereichern – ist eben alles normal. Und wenn man dann noch weiß, daß lediglich ca. 1 % der Kriminellen am Ende tatsächlich verurteilt und bestraft werden (siehe heutiger Artikel im WB), dann ist wirklich „Hopfen und Malz“ verloren!

  3. Rekonvaleszenzplasma

    76% der Steuereinnahmen geht für Löhne drauf. Das muss auch so sein, denn hat der Vorplatz des Beatmetenhäuschens 100 Bodenfliesen, so werden diese von 200 Amigos an einem Vormittag gefegt. Für die restlichen 24% gilt es zu kämpfen, denn jeder weiß, dass schlussendlich nichts, aber auch gar nichts Neues an Infrastruktur entstehen wird. Also muss man schauen selbst etwas davon abzubekommen, bevor es ein anderer abbekommt. Diejenigen, die gar nie eine Chance haben etwas von diesen 24% abzubekommen schauen halt mittels Schwarzarbeit, dass sie in diesen Topf auch gar nie etwas einzahlen müssen. Zum Glück macht die Schwarzarbeit auch nur einen kleinen Teil ihres Arbeitslebens aus, denn die meiste Zeit wird in der Hängematte gespart an allem.