Villarrica: Was als technologischer Fortschritt und wirtschaftliche Chance für die Region begann, endet nun vor den Schranken des Gerichts. Das Mining-Unternehmen Bitfarms muss sich in einem wegweisenden Prozess verantworten, nachdem Anwohner aus der Hauptstadt von Guairá jahrelang gegen die unerträgliche Lärmbelästigung der Anlage gekämpft haben.
Lärm als Waffe: Wenn die Lebensqualität schwindet
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Betriebsleiter von Bitfarms in Paraguay offiziell eröffnet. Der Vorwurf wiegt schwer: Luftverschmutzung durch Lärmbelästigung. In der Anklageschrift wird detailliert dargelegt, wie der ununterbrochene Betrieb tausender Hochleistungsrechner (Mining-Rigs) ein permanentes, tieffrequentes Brummen erzeugt, das die Umgebung Tag und Nacht beschallt.
Für die Anwohner ist dieser “Sound des digitalen Geldes“ zum Albtraum geworden. Die Folgen der permanenten Beschallung sind massiv:
-Chronische Schlaflosigkeit durch den Wegfall nächtlicher Ruhephasen.
-Psychische Belastungen wie Stress, Reizbarkeit und Angstzustände.
-Physische Symptome, die durch den dauerhaften Lärmpegel ausgelöst werden.
Ein Präzedenzfall für ganz Paraguay
Der Prozess, der nun zur mündlichen Verhandlung zugelassen wurde, gilt als juristisches Neuland. Erstmals steht die Frage im Raum, wo die Grenzen der industriellen Freiheit in städtischen Gebieten verlaufen. Die Kläger machen deutlich: Das Recht auf ein gesundes Lebensumfeld und die körperliche Unversehrtheit sind Grundrechte, die nicht für die Profite der Krypto-Industrie geopfert werden dürfen.
Die betroffenen Familien fordern nicht nur eine harte Bestrafung der Verantwortlichen, sondern auch eine klare Signalwirkung. Es müsse verhindert werden, dass Wohngebiete in Paraguay weiterhin schutzlos dem Lärm industrieller Mining-Farmen ausgeliefert werden.
Wochenblatt / Vision Comunicaciones














