Córdoba: Der Fund von 1.100 Litern flüssigem Ecstasy in einem verlassenen Lastwagen in Villa Nueva, Córdoba, löst erneut regionale Alarmmeldungen aus. Die Maßnahme wurde von der argentinischen Gendarmerie nach einem Geheimdiensthinweis durchgeführt und machte eine groß angelegte Drogenhandelsroute sichtbar.
Das schwere Fahrzeug kam aus Paraguay nach Argentinien und gab vor, fast 28 Tonnen Sonnenblumenmehl zu transportieren – eine Tarnung für die verborgene Droge. Dieser neuerliche Schlag gegen den Drogenhandel zeigt vor allem, dass die logistischen Strukturen nach wie vor bestehen und völlig ungehindert über die Grenzen hinweg operieren.
Die Ermittler stellten fest, dass die verbotene Substanz in einer Tankstelle in Córdoba nach dem bekannten Verfahren des „Doppeltanks“ versteckt war: Die seitlichen Kraftstoffbehälter waren vollständig manipuliert und von der Kraftstoffversorgung des Motors abgekoppelt.
Als der Fahrer des Fahrzeugs bemerkte, dass die Bundespolizei ihn entlang der Route verfolgte, ergriff er die Flucht. Der Fund erfolgte nach einer gründlichen Untersuchung des Fahrzeugs, das zum Zeitpunkt der Kontrolle keine Insassen mehr hatte.
Die seitlichen Kraftstoffbehälter waren vollständig manipuliert und von der Kraftstoffversorgung des Motors abgekoppelt
Vor-Ort-Tests der Antidrogen-Polizeikräfte ergaben einen positiven Befund für MDMA; zudem werden Spuren von flüssigem Ketamin untersucht. Das endgültige Ziel der Ladung war Mendoza, von wo aus sie über den internationalen Grenzübergang Cristo Redentor nach Chile gebracht werden sollte. Der Lastwagen war zuvor über den Grenzübergang an der Brücke San Ignacio de Loyola eingereist – eine Verbindung zwischen José Falcón (Paraguay) und Clorinda in der Provinz Formosa (Argentinien).
Dieser Vorfall ereignete sich etwas mehr als zwei Monate, nachdem die Polizei der Stadt Buenos Aires einen Lastwagen der Marke Scania mit paraguayischem Kennzeichen beschlagnahmt hatte, der in zweiter Reihe im Stadtteil Caballito geparkt war. Der Fahrer, Joel Rolando Román Ávalos, wurde festgenommen – in seinem Fahrzeug war eine Ladung mit ähnlichen Merkmalen versteckt, ebenfalls in den Kraftstofftanks. Der Wert dieser damaligen Ladung wurde auf etwa 1,5 Millionen US-Dollar geschätzt.
Wie in Córdoba wurden auch bei dem Einsatz in Buenos Aires Hunderte Liter Ketamin – eine weitere halluzinogene Substanz – in umgebauten Fächern gefunden. Der im März kontrollierte Lastwagen nutzte ebenfalls die Grenze zu Formosa als Eingangstor, was auf ein wiederkehrendes logistisches Muster hindeutet. Die Häufigkeit dieser großen Lieferungen synthetischer Drogen lässt Zweifel an der Wirksamkeit der derzeitigen Sicherheitsmaßnahmen an den Grenzen aufkommen.
Dieser Vorfall ereignete sich etwas mehr als zwei Monate, nachdem die Polizei der Stadt Buenos Aires einen Lastwagen mit paraguayischem Kennzeichen und einer Ketamin-Ladung im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar beschlagnahmt hatte
Die Herkunft des Ketamins aus dem März ließ sich bis zum Hafen von Villeta zurückverfolgen, wo chemische Grundstoffe aus Europa legal eingeführt werden. Ermittlungen ergaben, dass die Lieferung aus Belgien stammte und von örtlichen Labors illegal in den internationalen Drogenhandel eingeschleust wurde.
Hinter den beschlagnahmten Transporten stehen Unternehmen mit gültigen Betriebsgenehmigungen – dies zeigt eine erhebliche Schwäche bei den staatlichen Kontrollen. Durch die Nutzung von Scheinfirmen gelangen hochspezialisierte chemische Vorprodukte in die Hände transnationaler Verbrecherbanden.
Diese ständigen Einsätze stehen in krassem Gegensatz zur offiziellen Darstellung von Jalil Rachid, dem derzeitigen Leiter der nationalen Antidrogenbehörde Paraguays. Rachid hat wiederholt behauptet, die Vorgängerregierung von Mario Abdo Benítez habe das Land zu einem beispiellosen logistischen Knotenpunkt des Drogenhandels gemacht.
Nach Darstellung des Ministers habe seine Verwaltung diese Strukturen zerschlagen und die Vorherrschaft der kriminellen Banden beendet. Die Häufigkeit und der Umfang der Beschlagnahmungen in Argentinien widerlegen jedoch die Behauptung, dass es diesen kriminellen Knotenpunkt nicht mehr gibt. Während offiziell erklärt wird, die Kontrolle über das Staatsgebiet zurückerlangt zu haben, gelangen weiterhin millionenschwere Lieferungen über die internationalen Grenzübergänge.
Die Entwicklung des kriminellen Geschäfts in Paraguay umfasst heute aktiv die Verschleppung von Designerdrogen, um internationale Märkte zu beliefern. Weit davon entfernt, an Bedeutung zu verlieren, festigt sich das Land als idealer Standort: Hier werden europäische Vorprodukte eingeführt, verarbeitet und anschließend nach Argentinien und Chile ausgeführt. Schwächen in staatlichen Institutionen und der Hafenverwaltung ermöglichen es transnationalen Banden, ihre beherrschende Stellung im gesamten südlichen Südamerika aufrechtzuerhalten.
Wochenblatt / LPO














