Asunción: Die Eierproduktion in Paraguay steht im Jahr 2026 vor einem Szenario, das von einem starken Überangebot geprägt ist. Dies hält die Preise auf historisch niedrigem Niveau, obwohl die hohen Temperaturen normalerweise die Produktion drosseln. Davor warnte Gustavo Careaga, Präsident des Verbandes der KMU-Eierproduzenten, und wies darauf hin, dass das aktuelle Volumen die Inlandsnachfrage bei weitem übersteigt.
Careaga erklärte, dass der Hitzestress bei den Hühnern zwar zu Einbußen bei der Legeleistung führe, diese jedoch nicht mehr ausreichten, um den Markt ins Gleichgewicht zu bringen. „Heute ist die Überproduktion so hoch, dass wir selbst bei hitzebedingten Verlusten immer noch mehr Angebot als Nachfrage haben“, so Careaga. Diese Situation steht im krassen Gegensatz zum Jahr 2025, als extremes Wetter einen Produktionseinbruch und einen abrupten Preisanstieg zur Folge hatte.
Hinsichtlich der Werte gab der Verbandschef an, dass der Erzeugerpreis für eine 30er-Lage Eier derzeit zwischen 16.000 und 17.000 Guaranies liegt, verglichen mit 26.000 bis 27.000 Gs. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Für die Produzenten ist es sehr eng; man arbeitet heute praktisch ohne Gewinnspanne“, betonte er und wies darauf hin, dass die Kosten, insbesondere für Futter und Sanitärpflege, weiterhin hoch seien.
Mit Blick auf die Karwoche zeigte sich Careaga vorsichtig und schloss einen signifikanten Preisanstieg aus. Selbst im besten Fall werde der Erzeugerpreis aufgrund neuer Produzenten, der Bestandserneuerung und der Lagerbestände kaum die 20.000 Gs. pro Lage übersteigen. „An Eiern wird es nicht mangeln; das Problem ist der Preis“, fasste er zusammen.
Abschließend warnte der Verbandsvertreter, dass die ersten Monate des Jahres 2026 für den Sektor kritisch sein werden. Einige Betriebe erwägen bereits, die Produktion zu drosseln oder ganz zu schließen. „Wenn das Angebot nicht reguliert und der Konsum nicht angekurbelt wird, werden viele kleine Erzeuger nicht überleben können“, warnte er und unterstrich, dass das Wetter die Lage nicht entschärfe, sondern den Druck auf eine Branche erhöhe, die derzeit einen ihrer schwierigsten Momente durchlebt.
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