Euthanasie mit 25: Warum das Schicksal dieser jungen Frau die Menschheit in Frage stellt

Asunción: Nach dem erschütternden Fall der 25-jährigen Spanierin Noelia Castillo, die in Spanien ihr Leben durch Euthanasie beendete, diskutiert die ganze Welt über das Geschehene. Viele bedauern die schreckliche Entscheidung der jungen Frau, während andere die Beweggründe verstehen, die sie in diese verzweifelte Lage brachten.

In diesem Zusammenhang sprach Pater Víctor Cabañas, ein bekannter Priester des Landes, mit Journalisten der Zeitung Crónica und legte seine Sicht der Dinge dar. „In solchen Fällen wird die Kirche niemals die Euthanasie oder die Selbsttötung akzeptieren. Die Kirche wird immer das Geschenk des Lebens verteidigen – ein Geschenk Gottes, da wir niemals wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen“, begann er.

„Wir müssen uns in den Kontext dessen versetzen, was dieser armen Frau widerfahren ist, da sie missbraucht wurde. Aber es gibt noch andere Elemente. Gerade in solchen Fällen beharrt die Kirche auf dem Geschenk des Lebens und hinterfragt uns als Gemeinschaft: Wie verteidigen wir das Leben?“, betonte er.

Der Priester führte weiter aus, dass es nicht nur darum gehe, das biologische Leben zu verteidigen – “also ob man atmet oder nicht und ob das Herz weiterschlägt; sondern das Leben als Person, als Verwirklichung und Menschwerdung. Hier liegt das wahre moralische Problem.“

„Wenn eine Person missbraucht, verleumdet und Opfer von Mobbing wird, bedeutet das, dass wir als Menschheit versagt haben“, hielt der Pater fest.

„Wir haben die Verantwortung, das Leben zu schützen. Wenn wir zulassen, dass eine Person derart geschändet wird, stehen wir in ihrer Schuld. Dann sind wir als Gesellschaft gescheitert“, schloss er.

Wochenblatt / Cronica

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7 Kommentare zu “Euthanasie mit 25: Warum das Schicksal dieser jungen Frau die Menschheit in Frage stellt

  1. Nicht nur die Gesellschaft ist gescheitert – vor allem die Kirche(n) als Institution hat über die Jahrhunderte komplett versagt! Die grössten Konflikte der Menschheitsgeschichte haben ihren Ausgangspunkt in religiösen Fragen und Meinungsverschiedenheiten.
    Und – zurück zu diesem „Fall“: Woher nimmt die Kirche die Legitimation in das Leben eines Einzelnen einzumischen? Wer gibt ihr das Recht, zu bestimmen, ob und wie jemand sein Leben gestalten, oder eben auch, beenden will? Die Kirche hat sich aus jeder individuellen Entscheidung herauszuhalten! JEDER Mensch hat das unteilbare Recht, selbst über sein Leben – und damit auch über seinen Tod – zu entscheiden!

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    1. Der Artikel geht gar nicht primär darum, ob Noelias persönlicher Wille ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ war. Niemand stellt ihren Entschluss hier in Frage oder will ihr vorschreiben, wie sie mit ihrem Leid umgehen soll.
      Pater Cabañas und der Artikel richten den Blick vielmehr auf die Zustände, die eine junge Frau überhaupt in eine solche ausweglose Situation bringen: jahrelanges Versagen des staatlichen Betreuungssystems, unzureichende Hilfe nach der Vergewaltigung, mangelnde Traumatherapie und psychosoziale Begleitung.
      Genau das ist das eigentliche Problem: Statt über Jahre alles zu tun, um ihr Leiden wirklich zu lindern (intensive Hilfe, bessere Pflege, familiäre Unterstützung), hat das System nach über 600 Tagen Verfahren den Tod per Spritze als offizielle Lösung genehmigt. Der Staat entledigt sich damit auf bequeme und kostengünstige Weise seiner Verantwortung.
      Besonders bitter wird es durch die Organspende: Noelia hatte ihre Organe freigegeben, und es gibt Vorwürfe, dass diese bereits „reserviert“ waren und das Krankenhaus deshalb Druck machte, die Euthanasie nicht weiter zu verschieben. Ob das stimmt oder nicht – es wirft die Frage auf, ob eine schwer traumatisierte, vollständig abhängige 25-Jährige wirklich neutral und ausgewogen über alle Aspekte informiert wurde, oder ob sie am Ende auch als Ressource gesehen wurde.
      Es geht nicht um religiöse Einmischung in eine individuelle Entscheidung. Es geht darum, dass wir als Gesellschaft versagen, wenn wir junge Menschen so weit kommen lassen und dann den ‚würdevollen Tod‘ als einfachste Antwort anbieten.
      Die Kirche erinnert hier lediglich daran, dass wir die Verantwortung haben, Leben zu schützen und Leid zu lindern – statt es zu beenden.

  2. Geschniegelte Worte um den Fakt herum, dass die Bürger versagt haben sich gegen das Lobby- und Politikpack zu wehren, welches die Länder mit illegalen, unregistrierten und hoch krininellen Ausländer flutet. Seither nehmen diese Art von Misshandlungen in allen betroffenen Länder unverkennbar zu!!! Von Oben geforderte Täter/Opferumkehr hat

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    1. Genau das ist der springende Punkt.
      Der Staat entledigt sich mit seiner Entscheidung für die Tötungserlubnis am aller bequemsten und vorallem am billigsten aus seiner politischen Verantwortung als habe er nichts, aber auch garnichts mit den Zuständen zu tun, die etliche Kinder in ähnliche Verhältnisse bringen.
      Machen wir das Beste draus, nehmen wir noch die Organe raus, dann hatte Noelias Leben wenigstens noch einen Sinn.

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  3. Lanc-Altoriany

    Ein derartiges Phänomen tritt auf, wenn die Kirchen ihre Funktion der sozialen Disziplinierung und ethischen Orientierung nicht mehr wahrnehmen können; an ihre Stelle tritt dann ein regelrechter Kult des Todes, wie der Fall der Spanierin Noelia Castillo in eindrücklicher Weise zeigt.

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  4. Für den Staat war die Entscheidung, Noelias Tötung zu genemigen, auf jeden Fall die bequemste und billigste Art, sich aus der Verantwortung zu ziehen.
    Wir als Gesellschaft haben versagt, wenn ein junger Mensch so schwer missbraucht, traumatisiert und in die völlige Abhängigkeit getrieben wird, dass am Ende nur noch die tödliche Spritze als ‚Lösung‘ bleibt.
    Noelia wurde bereits als Kind und Jugendliche im staatlichen Betreuungssystem im Stich gelassen. Dann kam die Gruppenvergewaltigung, der Suizidversuch und die daraus folgende Querschnittlähmung mit chronischen Schmerzen. Statt in den folgenden Jahren massiv in intensive Traumatherapie, beste Schmerzbehandlung, psychosoziale Hilfe und familiäre Begleitung zu investieren, hat das System nach über 600 Tagen Verfahren den Tod genehmigt.
    Besonders bitter und bezeichnend ist dabei: Noelia hatte ihre Organe zur Spende freigegeben. Die Anwälte des Vaters berichten, das Krankenhaus habe die Organe bereits ‚reserviert‘ und deshalb Druck gemacht, die Euthanasie nicht weiter zu verschieben. Ob das stimmt oder nicht – es wirft eine sehr unangenehme Frage auf: Wurde eine 25-jährige, schwer traumatisierte und vollständig abhängige Frau wirklich neutral und ausgewogen über alle Gegenargumente zur Organspende informiert? Oder war sie für das System am Ende vor allem eine nützliche Ressource?
    Genau hier zeigt sich das tiefe gesellschaftliche Versagen: Der Staat entledigt sich auf bequeme und kostengünstige Weise seiner Verantwortung. Statt das Leiden ernsthaft zu bekämpfen, bietet er die tödliche Spritze als offizielle, bürokratisch saubere Lösung an – und macht mit den entnommenen Organen sogar noch ein gutes Geschäft.
    Noelia wurde nicht geboren, um möglichst bald ihre Organe an andere zu ‚vergeben‘ und den Organhandel am Laufen zu halten. Ihr Schicksal erinnert uns schmerzhaft daran, dass wir ein gewaltiges politisches und gesellschaftliches Problem haben: Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen unter Verhältnissen auf, die sie zerbrechen. Statt sie aufzufangen und zu heilen, erklären wir sie irgendwann für ‚austherapiert‘ und beenden ihr Leben.
    Die Kirche hat recht: Es geht nicht nur um das biologische Weiteratmen, sondern um das Leben als Person. Wir stehen in der Schuld aller Noelias dieser Welt.“

  5. Und wen interessiert das schon, ob die sich der Sterbehilfe zuwandte, was Religionsfanatiker darüber denken oder was einem in dieser Doktrin des virtuellen Lebens als Wichtig zu wissen vorgesetzt wird! Pfffffff, hier rein, da raus, Hauptsache als Informiert sein mitreden zu können. Und nein, News nicht gelesen. Warum auch!

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