Ein 14-jähriger Ballkünstler verzaubert die Massen

Asunción: Manchmal werden Talente auf der Straße entdeckt. Ein 14-Jähriger könnte so berühmt werden.

Ivan Genes heißt der 14 Jahre alte Junge, der auf Kreuzungen in Asunción sein Talent mit dem Ball vorführt. Er lebt in dem Stadtviertel Chacarita und träumt von einem Leben als professioneller Fußballspieler. Jedoch fehlen ihm die nötigen Ressourcen dazu.

Mit dem Ziel, seiner Mutter und seinen fünf Brüdern zu helfen, wurde er mehrere Tage an der Kreuzung von Charles de Gaulle und Mariscal López bei seinen Ballkünsten beobachtet und sammelte so etwas Geld von Passanten und Kraftfahrern ein.

Jedoch hindert das Genes nicht täglich in die Schule zu gehen. „Jeder sagt ich habe Talent aber mir fehlt das Geld ein Fußballtraining in einem Verein zu besuchen“, sagte er.

Genes ist Fan vom Verein Guarani. Und siehe da, Regis Marques, Spielervermittler von dem Klub, versprach ihn zu sponsern um so seine Träume zu verwirklichen.

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Ein 14-jähriger Ballkünstler verzaubert die Massen

  1. Die Praesidenten der bekanntesten Fussballvereine sind so reich hier, da kann man doch die armen Nachwuchskicker die Chance geben kostenfrei mitzuspielen.
    Jedenfalls viel Glueck dem Jungen!

  2. Schöne Geschichte. 1. dass er trotzdem zur Schule geht und 2. dass er nun vom Verein Guarani gesponsert wird. Viel Glück, ein paar Millionen andere Jungs auf der Welt versuchen es auch mit Fußball.

  3. Das ist alles viel leichter gesagt als getan. Ich selbst war jahrelang im Club Olimpia in der Jugendarbeit tätig, und auch mir ist mal so ein Naturtalent begegnet, der auf meinen Vorschlag hin, in die Fußballschule von Olimpia zu kommen, sofort begeistert war. Sein Wunschposten auf dem Feld war nunmal die Nummer 10, und schon bei seinem ersten Training kündigte er an, er werde schon innerhalb kürzester Zeit dem sehr guten 10er der ersten Mannschaft seiner Alterstufe den Platz wegnehmen. Seine Mutter verkaufte damals an der Ecke Mcal.Lopéz Ecke Kubitschek Zeitungen, um ihre 11 Kinder als Alleinerzieherin zu ernähren, und Jose-í, einer dieser elf Kinder, wohnte fortan in einem Zimmerchen unter Rängen des Estadios des Club Olimpia, und dort bekam er auch sein Essen täglich umsonst, vom Betreiber der internen Kantine des Club Olimpie höchstpersönlich. Einige Spieler der Ersten Mannschft Olimpias unterstützten ihn finanziell, sie kauften ihm seine Sportkleidung einschl. Fußballschuhe, sie gaben ihm Geld, für seinen persönlichen Bedarf, und auch um dies seiner Mutter zu bringen, damit auch die anderen 10 Kinder etwas zu essen habe. Plötzlich war dieser 12-jährige Junge im Gelände von Olimpia nicht mehr zui sehen. und es stellte sich folgendes heraus: . Wenn die aktiven Lizenzspieler des Vereins ihm Geld gaben für seine Mutter, verließ er das Olimpia-Gelände, nahm sich an der Mcal.Lopez ein Taxi, und ließ sich zu einem Grill-Restauant bringen. Dort kaufte er sich zunächst mal Zigarretten, bestellte sich Bier und eine große Portion Asado, und falls er noch Geld hatte, genoß er auch noch weitere Krüge voller Bier. Er hatte auch keine Lust mehr auf den Fußball, denn nach seinen Erklärungen habe er bereits erreicht, was er wollte, nähmlich dem Nr. 10 der ersten Mannschaft seiner Altersklasse den Posten wegzunehmen. Er bat sich außerdem Bedenkzeit aus, um endgültig zu entscheiden, ob er überhaupt Fußball spielen wolle oder nicht. Und nach den internen Regeln der Fußballschule des Club Olimpia hätte er schon gar nicht iin die Fußballschule eintreten können, da er keinerlei Schule besuchte und daran auch auf keinen Fall interessiert war. Trotzdem aber hatten wir ihn aufgenommen, ihn von den normalerweise reglamentierten monatlich zu bezahlenden Monatszahlung befreit, mit der Absicht, zu versuchen, ihn im Laufe zu Zeit allmählich zu korrigieren und ihn zu einem „zivilisierten“ Menschen zu machen.. ‚Er tauchte zwar hin und wieder sporadisch auf, um dann jedesmal wieder auf unbestimmte Zeit wieder zu verschwinden. Beim Fußballtraining allerdings war er nie mehr zu sehen. Und dieser Zeit entwickelte er sich dann auch zum „caballo loco“, das sind diese kleinen Jungs, die die Straßen un Gehwege unsicher machten, indem sie vorher sorgfältig ausgesuchte Passanten plötzlich ansprangen und ihnen dabei oftmals wertvoll Dinge stahl, z.B. Schmuck, wie Halsketten, Handtaschen mit Inhalt usw.usw.usw.. Und in dieser Zeit wurde er dann auch immer polizeibekannter, und wenige Jahre später, als er dann 17 geworden war, da befand er sich schon mehr in Gefängnissen als auf der Straße. Für die vielen Sponsoren, die dem einstigen „kleinen“ helfen wollten, war dies natürlich eine riesige Enttäuschung.

    1. Zum näheren Verständnis der Praktiken in der Fußballschule des Club Olimpia: Auf jeden Fall hat jeder Spieler der Institution die Schule zu besuchen. Wer keine Schule besucht, kann normalerweise nicht einmal in die Fußballschule eintreten. Jeder Schüler hat halbjährlich seine Schulzeugnisse in der Verwaltung der Fußballschule vorzulegen. Dort wird auch das jeweils neueste Schulzeugnis mit früheren, bereits registrierten Ergebnissen, verglichen. Sind z.B. die schulischen Leistungen von einem Zeugnis zum anderen stark gesunken, so wird dieser Spieler von 2 der wöchentlichen 3 Trainingseinheiten freigestellt, und ist auch bei Pflichtspielen am Wochenende automatisch nur noch Ersatz. Denn er soll sich verstärkt seiner Schulausbildung widmen, und das wird ihm damit ermöglicht, und da ja die Jungs Fußball spielen wollen, empfinden sie die Befreiung vom Training und die Herabstufung vom Stammspieler zum Ersatzspieler als eine Art Strafe für die Vernachlässigung ihrer Schule. Erfahrungsgemäß nehmen die Jungs dieser vermeintliche Strafe auch gerne auf sich, da sie ja ab dem nächsten Zeugnis, wenn sie einigermaßen ihren alten Stand in ihren schulischen Leistungen vorweisen können, von den ihnen auferlegten Beschränkungen wieder befreit sind. Im obigen Fall allerdings, des genannten „José-í“ war es trotz seines außerordentlichen Talentes vollkommen unmöglich, aus ihm weder einen Fußballspieler noch einen brauchbaren Mitmentschen zu machen. Der Kampf der Fußballschule Olimpias gilt aber auch dem Benehmen des Spielers außerhalb des Fußballfeldes, auch dem Genuß von Nikotin und Alkohol, und nicht zuletzt auch dem Genuß von Drogen. Gerade im Falle des „José-í“ war dieser begnadete Jungfußballer bereits im Alter von 12 Jahren schon fest in des Krallen all dieser üblen Gewohnheiten. Es ist zwar jammerschade, daß solche Talente massenweise dem Fußball verlorengehen. Es ist aber auch nicht möglich in einer Fußballschule, wie die von Olimpia, die damals in meiner Zeit über ca. 1.500 Spieler zwischen 7 und 14 Jahren verfügte, bestimmte Dinge fest zu reglamentieren und einige wenige Spieler von diesen Bedingungen zu befreien, nur weil es sich um einen besonders talentierte Spieler handelt. Und dabei war ja auch noch nicht einmal gesichert, ob der Junge nicht von einem Tag auf den anderen seine Meinung ändert und pötzlich gar nicht mehr am Fußball interessiert ist, genau wie dieser José-í, der heute 37 Jahre alt sein müßte, und aus dem mit Sicherheit kein professioneller Fußballspieler geworden sein dürfte. Gerade in dieser Fußballschule mußten wir auch in anderen Fällen, nicht nur mit dem besagten „José-i“ , die traurige Erfahrung machen, wie schwierig es es, einen Menschen, der bisher praktisch nur auf der Straße gelebt hat und auch dort zum „Menschen“ geformt wurde, zu einem brauchbaren Mitmenschen der Gemeinschaft zu machen, tatsächlich ist es so gut wie unmöglich.

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