Ein Deutscher im Museum

Asunción: Eine der Errungenschaften des paraguayischen Philanthrop Dr. Andrés Barbero war die Gründung des Ethnografischen Museums, gestiftet von der Wissenschaftlichen Vereinigung Paraguays. Unter den Direktoren galt einer als ganz besonders wichtig, der deutsche Wissenschaftler Prof. Dr. Max Schmidt.

Am 21. Juni 1929 wurde bei einem Treffen von wichtigen Leuten der Wissenschaft die Gründung einer Bibliothek sowie eines Museums für Archäologie, Ethnologie, Naturwissenschaften und Kultur beschlossen.

Nachdem das Museum gegründet wurde und eine Menge Ausstellungsstücke entweder gespendet bekam oder gekauft wurden ging der Impuls etwas verloren.

Nach zwei Jahren der einfachen Existenz erreichte das Museum unter Prof. Dr. Max Schmidt sein höchstes Ansehen.

Doch wer war Max Schmidt? Er war ein deutscher Wissenschaftler der Ende 1874 im Hamburger Stadtteil Altona geboren wurde und später Wirtschaftswissenschaften in Tübingen, Berlin und Kiel studierte. Sein Jurastudium brach er ab, um sich seiner Leidenschaft der Ethnologie hinzugeben. Er arbeitete im Ethnografischen Museum in Berlin und reiste ab 1900 nach Zentralbrasilien für seine Studien. Seine ersten Eindrücke kann man im Buch „Indianerstudien in Zentralbrasilien“ nachlesen. An Malaria erkrankt, freundete er sich mit Dr. Andrés Barbero in Brasilien an, wo ihm der Direktorenposten in Asunción angeboten wurde. Diesen nahm er ab 1931 an.

Seine Hingabe zur Arbeit wurde am 25. November 1933 gekrönt, als Dr. Schmidt offiziell das Ethnologische Museum von Asunción einweihte. Die Sammlung war nach allen modernen Regeln der damaligen Zeit klassifiziert.

Später, in Paraguay sesshaft, unternahm er einige Studienreisen in den Chaco, weitere bis zu den Anhöhen der Anden und sammelte dabei wichtige Materialien. Mit fast sechzig Jahren war sein Drang zu untersuchen und zu reisen größer als ihm die Gesundheit es erlaubte. Jedoch leitete er das Museum bis 1946.

Er weihte zudem den Ethnologischen Teilbezirk der Fakultät für Philosophie an der Nationalen Universität von Asunción ein und übersetzte einige seiner deutschen Bücher ins spanische. Bis er fast unbemerkt am 26. November 1950 starb arbeitete er in einem Kabinett von Wissenschaftlern der Universität.

Nach dem Tod von Schmidt und kurz darauf auch von Dr. Barbero (14. Februar 1951) machte sich die Familie Barbero Gedanken, wie es weitergehen soll mit dem Museum. Da keine der Schwestern Kinder hatte wurde kurzerhand eine Stiftung gegründet, die bis heute existiert und das Museum an der Avenida España Nº 217 in gutem Zustand erhält.

(Wochenblatt / Abc)

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1 Kommentar zu “Ein Deutscher im Museum

  1. Was für ein Vorbild der Dr. Schmidt. Die jetzigen Einwanderer sollten sich ein Beispiel nehmen und ebenso etwas nützliches für das Land tun. Es braucht nicht gleich ein Museum sein, aber sich irgendwo, irgendwie einbringen, muesste doch möglich sein. Sei es bei einer Nachbarschaftskommission, die Frau als Putzerin und der Mann als Botengaenger oder Gartenpfleger.

    Andere wiederum, die bereits ein paar Wörter Spanisch sprechen, könnten in den Pausen die Mitglieder mit Terere versorgen. Die Frau mit Yerba und Matebecher und der Mann mit der Thermoskanne.

    Viel mehr ist oft wegen der fehlenden sprachlichen Qualifikation im Moment nicht moeglich. Da wir sehr gründlich sind werden diese Dienste bei unseren Gastgebern besonders geschätzt. Bewährt man sich mit der Zeit darf man früher oder später auch an den Sitzungen teilnehmen. Eine von vielen gewünschte Vollintegration wäre ein erstrebenswertes Ziel.

    Die Bevölkerung muss den Eindruck bekommen, wir gehören zu ihnen, damit man uns mit der Zeit nicht ausgrenzt und wir nicht wie Türken in Deutschland behandelt werden.

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