Ein teures Parlament

Asunción: Um Postenkäufer auszuschließen sind offene Wahllisten unabdingbar. Am gestrigen Abend erklärte die Abgeordnete Celeste Amarilla was ihr Posten gekostet hat.

Celeste Amarilla (PLRA), Witwe von Franklin Boccia, Ex Direktor von Itaipú, sagte gestern Abend bei der Behandlung des schlussendlich verabschiedeten Gesetzesprojektes für offene Wahllisten, was sie für ihren Posten bezahlen musste. Die Politikern aus dem Llano Flügel musste 200.000 US-Dollar zahlen um auf die Llano Liste der Abgeordneten zu kommen. Erst mit dem Tod ihres Mannes kam sie unverhofft an sehr viel Geld und konnte sich so etwas leisten. Allein durch ihre 38-jährige Mitgliedschaft in der Partei hätte sie niemand unterstützt. Obwohl ihre Beteiligung an sinnvollen Gesetzesprojekten eher als gering eingestuft werden kann, verdoppelt sie ihren Einsatz von 200.000 US-Dollar, wenn sie fünf Jahre ihren Posten besetzt.

Frauen werden generell nicht für solche Posten vorgeschlagen. Nur wenn man einen finanziellen Anreiz hat, kann man sich einen Platz auf der Liste sichern. Mit der neuen Regelung haben aber nicht nur Frauen mehr Chancen, sondern auch Menschen, die nicht solche horrenden Summen zahlen wollen. Anzumerken ist auch, dass ein Sitz im Senat weitaus mehr kostete und nur sehr wenige das Privileg hatten ohne Zahlung auf die Liste zu kommen. Rund 85% aller 45 Senatoren mussten für ihren Platz zahlen.

Wochenblatt

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13 Kommentare zu “Ein teures Parlament

  1. Eben…die beste Demokratie, die man für Geld kaufen kann,hehe 😉
    Unsere Welt ist tatsächlich verkommen bis ins Mark, gruselig.

  2. Der Artikel ist so geschrieben, als wäre das einzige Problem, dass Frauen nicht vorgeschlagen werden. Wieso wundert mich das nicht? Und weiter geht’s. Die neue Regelung ist suppi, weil jetzt haben Frauen mehr Chancen!
    Menschen, die nicht so horrende Summen zahlen wollen? Heisst das jetzt Menschen, die nicht Frauen sind? Wie ist zahlen wollen gemeint? Man muss die Summe zwar haben, aber wenn man nicht will? Das müsste doch heissen nicht können? Sinn?

  3. Wer hat in diesem konkreten Fall (von mehreren hundert Fällen) die 200.000 US-Dollar eingesackt? Schon klar, die Partei. Aber wer oder welche von der Partei?
    Und wieso gibt Frau Amarilla diese aufschlussreiche Erklärung öffentlich ab? Ich nehme an, dass sie mit der Zahlung nicht gegen hiesige Gesetze verstoßen hat, aber sowas sollte man doch besser für sich behalten. Naja, ein loco Europäo würde das für sich behalten, hierzulande gelten solch Machenschaften ja eher als karrierefördernden Leistungsausweis, weshalb man offenbar die Öffentlichkeit auch noch gerne darauf aufmerksam macht, wenn’s den schon keiner merkt.
    Mich würde eine Erklärung diesbezüglich von Herrn Paragauyo Cubas interessieren, wie er denn auf die Wahllisten kam, obwohl ich schon annehme, dass er als einzig aktiv gegen die allgegenwärtige Korruption kämpfende Politiker keine solch Zahlungen getätigt haben wird.

  4. Kuno Gansz von Otzberg

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    Das ist der beste Beweis dass die Mennoniten massiv Regierung und Machthaber bestechen „um auf Listen und in Posten zu kommen“. Mehr Beweise braucht es nicht. Die 200 tausend USD sind in etwa 1.250.000.000 Guaranies (1.25 Milliarden Guaranies). Ein Batzen Geld die MOPC-Wiens nie selber haben duerfte, aber die ACOMEPA und Mennonitenkooperativen schon. Genausowenig alle anderen Senatoren und Abgeordnete die Mennoniten sind.
    Vor einiger Zeit wurde ja publik dass der Senator C. Sawatzky (Mennonit) abtreten solle weil seine Financiers (2 Mennoniten aus Filadelfia, einer davon der Rennfahrer und Autohaendler Stahl) das Geld zurueckwollten (hat wohl was mit der Lobbyarbeit nicht geklappt) und dafuer wollten sie einen Mennoniten aus Filadelfia platzieren. Das ganze hatte man damals sogar vor der Notarin in Filadelfia beurkunden lassen so dass es Zoff gab deswegen (da ja solche notarielle Urkunden der Postenschacherei natuerlich gesetzwiederig sind).
    Wie zutreffend doch dieses ist auch auf die heutige Zeit.
    Jesaja 1,23 Deine Fürsten sind Widerspenstige und Diebsgesellen; sie alle lieben Bestechung und jagen nach Geschenken; der Waise schaffen sie nicht Recht, und die Sache der Witwen kommt nicht vor sie.
    In Russland zaehlten die Mennoniten die Sterne auf den Schulterklappen der Polizei, Beamte und Militaers um zu wissen wieviel Bestechung man zu zahlen hatte (es war dort ueblich in etwa 10 tausend Rubel im heutigen Kurs pro Stern des Beamten zu zahlen was in etwa das Aequivalent von 1 Million Guaranies ist. Hat der Beamte 3 Sterne so zahlte man 3 Millionen Guaranies oder 30000 Rubel. Usw.). Bei Nestor Machno funktionierte das System dann nicht mehr da die bolschewistische Revolution es ja auch vor allem als Protest gegen diese korrupten Zustaende im Zarenreich gab – u.a. dank der Mennoniten die dort weit zahlreicher waren als in Paraguay. Modus operandi der gleiche: hier wie damals dort.

    1. Kuno Gansz von Otzberg

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      Zudem, wieviel verdient ein Senator im Monat das mal 3 Jahre? Sagen wir mal 25 Millionen Diaet im Monat x 12 x 3 = 900.000.000 Guaranies. Deckt nicht mal die „Anfangsinversion“ fuer den Posten. Will heissen dass diese „Hochwuerden“ ein Minussaldo von -350.000.000 am Ende ihrer Amtszeit aufweisen – das von wo kommt?
      Na logo, von einkassierten Bestechungsgeldern. Dazu muessen sie ja noch einen mark-up dazurechnen von dem man leben kann. Will heissen, jede politische Entscheidung oder Gesetz kann man nur durch Bestechung erhalten – durch kraeftige Bestechung. Denn deren Gehalt (Diaet) deckt niemals deren „Inversion“ in diesen Posten.
      Fehlt mal eine Oekonomische Theorie der Korruption aufzustellen, denn ohne Bestechungsgelder waehrend ihrer Amtszeit decken sie nicht mal ihre „Anfangskapitalanlage“.
      Wie tief sind die Mennoniten nicht daher schon im Bestechungssumpf drinnen – kein Wunder dass das Christentum auf der Strecke bleibt. Wie koennen solche ueberhaupt einschlafen – ach ja, mit viel Alkohol und neuerdings Drogen gehts, auch mit massenweise Einwerfen von Pharmaka – wo das Gesetz 514 wieder das Nachsehen hat (Alkohol- und Drogenverbotsparagraph).

        1. Kuno Gansz von Otzberg

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          Ach so, die verdienen 40 Millionen pro Monat und deren Termin endet nach 5 Jahren.
          Ich war mir betreffs der Zahlen nicht ganz sicher.
          Ja, die verdient dann genausoviel mehr drauf auf ihre Anfangsinversion am ende der „Dienstzeit“ als sie Anfangs invertierte. Man zahlt also 1.25 Milliarden und ist dann nach 5 Jahren um 1.25 Milliarden reicher + eventuelle Zusatzbestechungsgelder.
          Damit hat ein Senator also „ausgesorgt“ bei einem nachfolgenden sehr bescheidenen Lebensstil.
          Es ist da klar ersichtlich dass das Monatsgehalt dieser „Hochwuerden“ direkt in Funktion der Anfangsinvestition steht und von dieser direkt abhaengt.

          1. Ihr beiden, besorgter Bürger und Kuno, Ihr geht bei Euren Berechnungen nur von 12 Monatsgehälter aus, wo bleiben denn die anderen zusätzlichen 2 Monate + Urlaubsgeld + Weihnachtsgrativation + Verplegungskosten, Sprit usw.Wenn es sich nicht lohnen würde, würde keiner der “ Unbestechlichen“ sich auf eine Liste setzen lassen.

          2. Peter F. MÜLL.er

            Ja, offiziell sind sie nachher wieder bei null (-1.25 Milliarden + 1.25 Milliarden), inoffiziell müssen sie also null Steuern bezahlen und kein Amigo von der SET fragt, wieso sie nun fünf Bauernhäuser im Caco besitzen.

  5. Kuno Gansz von Otzberg

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    @eggie
    Das 13. und 14. Gehalt war mir nicht bewusst dass die sowas bekommen. Den „Obolus“ kannte ich nicht. Schmarotzer sondergleichen!
    Die EU hat ja auch eine Komission die die Oekonomie der Drogenmafia studiert. Die Drogenmafia soll in etwa eine Marge von 3900% haben wo sie dem Kokainbauer z.Z. Pablo Escobars 100 mal soviel zahlte als dieser fuer Kaffee oder Kakao verdienen wuerde. Ich schaetze bei mittleren Preisen dass der durchschnittliche Grossviehzuechter eine Marge von zwischen 1000% und 2500% hat da in Paraguay nur naturgeweidet wird und daher praktisch keine Laufende Kosten anfallen. Wobei andere Sektoren wie die Milchindustrie eigentlich schon subventioniert werden muesste da deren laufende Ausgaben praktisch die laufenden Einnahmen verschlingen (0% Marge). Zumal alle Produktionssektoren mit den Gehaeltern die die Drogenmafia und Viehzucht bezahlen kann, mithalten muessen – dieses hat ja die Industrie der Suedstaaten der EU aus dem Markt gepreist, weil ab dem Euro die Spaghettis, Ole-ole-ola’s, u.a. sofort die Gehaelter angehoben haben wo die Industrie mitgehen musste und so immer teuerer wurde und die Wettbewerbsfaehigkeit verlor weil diese jetzt zu hohe Preise fordern mussten.

    1. Kuno, stell Dir mal vor, wie viele “ Kleinkrauter“ Ihre Investitionen in 5 Jahren mehr als verdoppelt haben, und als Gewinn ausgezahlt bekommen, ich spreche nicht von einem Maurer, der nur ne Kelle und 2 Eimer investiert, dann ein Haus baut, da er es ja kann und mächtig abkassieren will. ich spreche von mittelfristigen Unternehmen, die viel Geld, egal ob Kredit oder in Cash bezahlt, in Ihre Ware und teilweise schon in Service investieren, um überhaupt einen Gewinn einzufahren, geschweige denn von mehr als das doppelte der ein bezahlten Leistungen.

    2. Nein, Eggie liegt völlig falsch. Das stimmt nicht, dass die Damen und Herren 13. und 14. Monatsgehalt haben. Die Damen und Herren haben 15 Monatsgehälter pro Jahr. Und das ist jetzt kein Witz, das ist so. 15!
      .
      Kongressangestellte erhalten drei zusätzliche Monatsgehälter
      https://wochenblatt.cc/kongressangestellte-erhalten-drei-zusaetzliche-monatsgehaelter/
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      Kongress will „Bonis“ abschaffen… – Wochenblatt
      https://wochenblatt.cc/kongress-will-bonis-abschaffen/
      .
      Also wenn die im Senat gemäss des letzt oben aufgeführten Artikels auf Wochenblatt „zusätzlich 5 im Senat sind“, dann, moment, aha, ja, dann bekommen die im Senat 12+5 = 17 Monatsgehälter pro Jahr !!!

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