„Eine Regierung von Lügnern und Betrügern ohne moralische Integrität“ – Scharfe Kritik eines Ex-Direktor des Krebskrankenhauses Incan

Asunción: Dr. Marcelo Galli, der ehemalige Direktor des Nationalen Krebsinstituts (Incan), hat eine Reihe scharfer Vorwürfe gegen die Regierung erhoben, die sich auf deren Scheitern bei den Verhandlungen mit Ärzten und der von der Berufsorganisation geforderten Gehaltsanpassung beziehen. „Wenn man sich mit Lügnern an einen Tisch setzt, kann nichts Gutes dabei herauskommen. Dies ist eine Regierung von Lügnern, von Manipulatoren, von Betrügern“, wetterte er.

Inmitten massiver ärztlicher Kündigungen und der Ankündigung eines landesweiten Streiks hat die Regierung noch immer keine Einigung mit der Nationalen Ärztegewerkschaft (Sinamed) über die eskalierende Krise erzielt. In diesem Zusammenhang äußerte sich Dr. Marcelo Galli, der als ehemaliger Incan-Direktor bekannt ist, mit heftigen Vorwürfen gegen die Regierung von Santiago Peña und dessen hochrangige Beamte.

Als Teil seiner Kritik an der öffentlichen Verwaltung bezeichnete Galli die aktuelle Regierung als eine Struktur aus „Lügnern und Manipulatoren“ und betonte, dass die Vertreter des Staates nicht über die notwendige „moralische Integrität“ verfügen, um den Ärzten die geforderte Gehaltsanpassung zu verweigern.

„Das ist alles gelogen. Wenn man sich mit Lügnern an den Tisch setzt, kann nichts Gutes herauskommen. Das ist eine Regierung von Lügnern und Manipulatoren. Sie werfen mit Zahlen um sich, und wer zum Teufel soll das kontrollieren? Wie kontrolliert man das? Das dient alles nur dazu, Altschulden zu begleichen“, kritisierte er bezüglich der offiziellen Ankündigung von 760 Millionen US-Dollar für den Kauf von Verbrauchsmaterialien und Medikamenten.

Ebenso erinnerte er daran, dass die Hauptforderung, die auch von ihm während Versammlungen vertreten wurde, ein gerechtes Mindestgehalt von 8 Millionen Guaranies pro 12-Stunden-Vertrag verlangt. „Nur 20 Prozent der Kollegen haben drei Verträge. Die Mehrheit hat nur einen Vertrag und mit etwas Glück noch einen Vertrag beim IPS [Sozialversicherungsinstitut]. Ich habe zwei Verträge im öffentlichen Gesundheitswesen, und das, obwohl ich Direktor eines Krankenhauses war“, bekräftigte er.

„Betrüger“ und „ohne moralische Integrität“

Der Mediziner betonte zudem, dass der Staat nur „eine einzige Sache tun muss“: Privilegien abbauen, darunter die VIP-Krankenversicherung, Catering-Dienste oder verschiedene Sonderzahlungen im öffentlichen Dienst. „Wir wissen nicht, warum sie sich so vehement weigern, unseren Beruf und unsere Arbeit anzuerkennen“, erklärte er.

„Seien wir ehrlich: Man kann sich nicht mit Betrügern an einen Tisch setzen; sie haben keine moralische Integrität, den Ärzten eine würdevolle Gehaltserhöhung zu verweigern, während sie uns zusätzliche 850 Millionen an Privilegien unter die Reiben reiben. Wer besitzt die moralische Integrität, um Gespräche zu führen? Wie sollen wir uns mit Betrügern an einen Tisch setzen? Das ist sehr schwierig, es muss ein Einlenken von oben geben (vom Präsidenten Santiago Peña)“, fügte er hinzu.

Er bezog sich sogar auf Basilio „Bachi“ Núñez, den Präsidenten des Kongresses, als seinen Arztkollegen und ehemaligen Kommilitonen derselben Universität. Er merkte an, dass er trotz „tausender Differenzen“ mit ihm den Eindruck habe, dass der Anhänger der Colorado-Partei anscheinend „zur Vernunft kommt“.

„Der Politiker, der sich für dieses soziale Anliegen verbrennt, geht vor die Hunde, und der Politiker, der sich für die Bürger, die Patienten und die Ärzte stark macht, steigt auf“, fügte er im Gespräch mit ABC Cardinal hinzu.

Ein Abkommen vor dem Streik

Ein weiterer von Galli genannter kritischer Punkt betrifft das Gesetz zur Karriere im Gesundheitswesen, ein Projekt, das seit Jahren mangels politischem Willen stagniert. Der Arzt verglich die Struktur, die sie benötigen, mit dem militärischen Dienstgrad System, bei dem Ränge, Dienstalter und Verantwortlichkeiten respektiert werden, um Gehälter transparent festzulegen.

„Vor drei, vier Tagen gab es kein Geld, es war kategorisch unmöglich; vor zwei Tagen haben sie bereits ein wenig nachgegeben und bieten uns 500.000 mehr pro Position an. Das heißt, wenn wir den Druck aufrechterhalten, wird das Geld anfangen zu fließen – ich weiß nicht woher, aber sie sind ja die Finanzgenies. Ein Budget ist kein Geld, das man physisch besitzt, sondern eine Prognose, nicht etwas, das man bereits in der Tasche hat. Wenn sie 850 Millionen US-Dollar für Catering-Dienste, Sonderzahlungen, VIP-Versicherungen und eine Reihe anderer Posten veranschlagt haben, die absolut entbehrlich sind, können diese reduziert oder sogar abgeschafft werden. Die Logik sagt dir also, dass Geld für die Ärzte übrig bleiben wird; es ist ja nicht so, dass wir knapp kalkulieren müssten“, betonte er.

Mitglieder der Nationalen Ärztegewerkschaft (Sinamed) nehmen an einer Versammlung teil. Die Regierung hat den Ärzten im öffentlichen Sektor eine Gehaltsanpassung über ein „leistungsorientiertes System“ vorgeschlagen, allerdings unter den Erwartungen der Fachkräfte.

Aus diesem Grund argumentierte er, dass man innerhalb der Regierung sehr wohl wisse, dass dies ein „schwerwiegendes Problem ist, das sich verschärft“, es jedoch eine „Arroganz“ seitens der Behörden gebe, die „im Gegensatz zur Demut“ stehe.

„Ein Krisentisch – wer ist gegen den Dialog? Der Streik ist eine Extremmaßnahme, wenn die Parteien zu keiner Einigung gelangen. Ich glaube, dass eine Einigung erzielt werden kann, dass sie übermorgen plötzlich weitere 70 Millionen US-Dollar finden können und damit der erste Teil unserer Forderungen erfüllt ist. Wir fordern keine Gehaltserhöhung, wir fordern eine Gehaltsanpassung. Nicht so wie sie – die Senatoren haben sich in zwei Sitzungen mal eben sechs Millionen Guaranies mehr zugestanden, was der Präsident mit der Inflation oder sonst was für einem Blödsinn abgesegnet hat. Meine Güte, so ist das natürlich sehr einfach. Eine Einigung vor dem Streik am 21. ist machbar, natürlich ist sie das“, schloss er ab. Der geplante Streik der Sinamed wurde für den kommenden 21. und 22. September angekündigt.

Wochenblatt / Abc Color

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