Scharfe Kritik an der Regierung: Suppenküchen-Koordinatorin sieht arbeitende Bevölkerung am Limit

Asunción: Cira Novara, Koordinatorin des Netzwerks der Suppenküchen, nahm an einer Podiumsdiskussion über Lebenshaltungskosten und den Warenkorb teil. Sie stellte fest, dass die Arbeiterklasse wirtschaftlich eine sehr schwere Zeit durchmacht.

Wie sie erklärte, sei es in Paraguay nicht mehr angemessen, von einfachen Lebenshaltungskosten zu sprechen, sondern vielmehr von tatsächlichen Überlebenskosten. Die Verantwortlichen der Speiseräume und Volksküchen seien selbst Arbeiterinnen oder Selbstständige, die kaum das Nötigste abdecken können.

Als konkretes Beispiel nannte sie den Fall einer Kollegin, die in Cateura arbeitet: Sie muss täglich 5.000 Guaranies “Standgebühr“ sowie wöchentlich 120.000 Guaranies für die Arbeitskleidung zahlen. „Das ist ein wöchentlicher Fixkostenblock, und oft verdient sie in der ganzen Woche gerade einmal 200.000 Guaranies. Wie sie selbst sagt: Diese Woche haben wir gar nichts verdient.“

„Das ist die Realität der arbeitenden Bevölkerung. Sie haben praktisch nichts verdient, es ist noch kritischer als bloßes Überleben“, betonte sie.

In diesem Sinne hinterfragte sie auch die offizielle Rhetorik der Regierung: „Wenn die Regierung erklärt, dass sich die Wirtschaft verbessert habe, fragen wir uns, nach welchen Kriterien diese Analyse erstellt wird. Die Arbeiterklasse kann heute allerhöchstens noch Hähnchen-Suppenfleisch oder das billigste Suppenfleisch kaufen. Ein Gericht, das früher 5.000 Guaranies kostete, liegt heute bei 15.000 oder 20.000 Guaranies. Wir stecken tief in der Tinte.“

Novara warnte zudem vor den Auswirkungen auf die jüngere Generation: Viele junge Menschen verlassen das Land völlig hoffnungslos, verärgert über die Realität und ohne jegliche Planung, während die Lage selbst im Ausland weiterhin kritisch sei.

Die Schlussfolgerung der Podiumsdiskussion war, dass sich die gesellschaftlichen Schichten zusammenschließen, organisieren und Druck ausüben müssen, um ein menschenwürdiges Leben zu erreichen. „Man muss ohne Angst vor Repressalien auf die Straße gehen, um seine Rechte einzufordern“, fügte sie hinzu.

Ebenso betonte sie, wie wichtig es sei, dass Vertreter der Arbeiterklasse an solchen Foren teilnehmen, um Vorschläge einzubringen und irgendwann auch in Entscheidungspositionen vertreten zu sein.

Wochenblatt / Megacadena

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