Einsiedler in Paraguay

Er lebt in einem Haus, auf ca. 10 Quadratmetern Wohnfläche daneben eine kleine Kapelle, in den Wäldern bei Itacuá, Encarnación. Vor mehr als 27 Jahren beschloss Bruder Ladislao sich von der hektischen und lauten Zivilisation zurückzuziehen, um sein Leben Gott und der Natur zu widmen. Er gilt als der “einzige Einsiedlers Paraguays“.

Mehrere Kirchenoberhäupter wollten im Rahmen der Bischofskonferenz (CEP) einen kurzen Besuch in der Wallfahrtskirche der Jungfrau von Itacuá durchführen, etwa 12 Kilometer von Encarnación entfernt. Dabei kam ihnen ein unscheinbarer Mönch aus dem Wald entgegen und begrüßte die Bischöfe.

Coral Martinez, ein Beamter des Tourismusministeriums war zugegen bei der kirchlichen Delegation und erklärte den Anwesenden auf ihre Frage nach dessen Person, dass dies Bruder Ladislao sei, ein Einsiedler, der seit vielen Jahren im Wald lebe und nur selten Kontakt mit Menschen habe.

Die Anwesenheit des Eremiten zog die Kirchenhäupter in ihren Bann, darunter der Erzbischof von Asunción, Edmundo Valenzuela, der Bischof von Misiones, Mario Medina sowie noch etliche weitere Würdenträger.

Sie folgten einem schmalen Pfad in den Wald und besuchten die Herberge des Einsiedlers. Er erklärte seine Lebensphilosophie: „Ich habe eine kleine Kapelle errichtet, dort bete und meditiere ich täglich. Mein Bett besteht aus einer Matratze. Ich habe Quellwasser, esse viel Gemüse und Hülsenfrüchte, manchmal habe ich Glück, dann macht mir die Natur Geschenke, wie erst vor kurzen bei einem Sturm eine Wabe mit Honig von einem Baum herunterfiel“, sagte Bruder Ladislao.

Sein voller Name ist Ladislao Esteche, geboren in der Stadt San Pedro del Paraná, nächstes Jahr wird er 72 Jahre alt. „Ich kam 1987 hierher, mit der Genehmigung von Bischof Jorge Livieres Banks. Der große Zustrom von Pilgern war anstrengend, also baute ich in der Nähe mein eigenes Refugium auf, dort ist es ruhiger“, sagte er.

„Einsamkeit ist keine Belastung, im Gegenteil, ich freue mich dabei. Ich bin weit weg von allen Übeln und Nöten der Welt, aber in Gedanken kann ich beten, sodass vielleicht viele Probleme einmal gelöst werden. Ich habe keine Besitztümer, einen einfachen Geist und mein Instrument ist das Gebet“, erklärte er.

Das Heiligtum in Itacuá ist ein historischer und religiöser Ort in einer schönen Grünanlage, am Rande von Encarnación gelegen. Nach der Legende, schützt die Jungfrau von Itacuá Schiffe und ihre Besatzungen auf dem Paraná Fluss, damit sie nicht auf Grund laufen. In Erzählungen ist die Rede davon, dass eine Frau ganz in weißen Gewändern an der Spitze der Landzunge von Itacuá erschienen sei und die Seeleute mit Lichtzeichen sicher durch Untiefen und andere Hindernisse geleitet hätte. Seitdem befindet sich an dem Ort auch eine Schiffsglocke sowie ein Schrein in Form eines Bootes, auch noch andere Werke erinnern an die Seefahrt.

„Das ist ein schöner Garten Eden, ein wunderbarer Platz. Deshalb entschied ich mich, hier Einsiedler zu werden“, sagte Bruder Ladislao, nachdem er Glückwünsche der paraguayischen Bischöfe entgegennahm. „Ich bin wahrscheinlich der einzige Einsiedler in Paraguay. Ich sende allen Menschen gesegnete Wünsche für das neue Jahr 2015 und bete für jeden Einzelnen“, sagte er zum Abschied.

Das Foto zeigt Bruder Ladislao neben dem Erzbischof von Asunción Edmundo Valenzuela und dem Bischof von Misiones, Mario Medina, am Eingang zu seiner Hütte im Wald.

Quelle: Ultima Hora

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2 Kommentare zu “Einsiedler in Paraguay

  1. Jeder sollte so leben können wie er möchte ohne andere zu stören.
    Paragay scheint der richtige Ort dafür zu sein.
    Waffenfreaks, Esoteriker, Verschwörungstheoretiker, HAARP Fans, Hardcore Braune, religiöse Fanatiker, simpelste „zurück zur Natur“ Fans, alle finden hier irgendwo einen Platz.

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