Energie ja, aber bitte nicht vor meiner Haustür

Eine Gruppe von Anwohner aus dem Viertel Ciudad Nueva, Calle 2000, in Ciudad del Este, laufen Sturm gegen den staatlichen Stromversorger ANDE, der verschiedene Transformatoren und Umspannstationen installieren will um eine Verlängerung der 220.000 Volt Hochspannungsleitung zu ermöglichen. Die Bewohner befürchten, dass die Strahlenbelastung Krankheiten verursachen könnte. Beamte der ANDE wurden an dem Vorhaben massiv gehindert und mussten sich zurückziehen.

Nach Alarmierung der Nationalpolizei, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen ausrückte, konnte die angespannte Situation erst einmal etwas deeskaliert werden. Es war nicht das erste Mal, dass so eine Situation entstand, immer wenn ANDE Mitarbeiter das Stromnetz erweitern wollen protestieren die Anwohner dagegen. Die staatliche Institution besitzt eine gerichtliche Anordnung für ihr Vorhaben. Eigentlich müsste die Polizei gegen alle Demonstranten vorgehen und die Versammlung auflösen, diese hätten aber eine mündliche Zusage von dem Polizeichef der Zone, Francisco Aguayo, dass keine Person von Ordnungshütern angefasst wird.

Die Anwohner bezeichnen den Protest als “friedlichen Widerstand“, denn die geplante Hochspannungstrasse soll weniger als 25 Meter von Privathäusern verlaufen, laut dem Anwalt der Bewohner, José Gill López. Inzwischen hat sich der Ingenieur Felix Sosa als Vermittler eingeschaltet und argumentierte, alle Sicherheitsstandards seien erfüllt. Geplant ist ein Ausbau der Verteilerstation Presidente Franco, die zwei weitere Umspannwerke umfasst und dann bis in das Zentrum von Ciudad del Este führen soll.

Quelle: Ultima Hora