Asunción: Mit gerade einmal 23 Jahren jongliert Bianca Belén Nuñez bereits zwischen der Endphase ihres BWL-Studiums und ihrer Tätigkeit in der Personalabteilung des multinationalen Konzerns Nestlé. Doch abseits ihres akademischen und beruflichen Lebens spricht sie am leidenschaftlichsten über das Reisen, über Kulturen und die Erfahrungen, die sie prägen.
„Ich habe es schon immer geliebt, neue Orte zu entdecken“, erzählt sie, während sie über eine Reise reflektiert, die sie weit weg von den vertrauten Landschaften Paraguays führte.
Der emotionale Wert paraguayischer Traditionen
Trotz ihrer internationalen Ausrichtung bleibt ihre Verbindung zu Paraguay tief verwurzelt. Sie spricht voller Wärme von den einfachen Freuden ihrer Heimat: dem Essen, den Menschen und den Traditionen, die den Alltag definieren.
„Ich liebe es, Zeit auf dem Land bei meiner Großmutter zu verbringen. In der Colonia Manuel Gondra habe ich gelernt, wie man Chipa backt – eine Erinnerung, die mich bis heute erdet. Diese Momente schaffen ein echtes Gefühl der Zugehörigkeit“, fügt Nuñez hinzu und betont, wie sehr Tradition und Familie ihre Identität formen.
Eine besondere Nachricht für Nuñez
Die Reise zu den Falklandinseln begann mit einer einfachen WhatsApp-Nachricht. Bianca erinnert sich, wie ihre Mutter, Raquel Martínez, ihr Informationen über einen regionalen Wettbewerb schickte, der von der britischen Botschaft in Paraguay organisiert wurde.
„Sie weiß, wie sehr ich das Reisen liebe,“ sagt sie. Ermutigt durch ihre Mutter bewarb sie sich, ohne wirklich damit zu rechnen, was folgen würde. Als die Zusage per E-Mail eintraf, war ihre Reaktion impulsiv: „Ich las die ersten Zeilen und schrie. Ich rannte direkt zu meiner Mutter und sagte ihr, dass ich meine Winterjacken auspacken muss,“ fügt sie an. Von diesem Moment an übernahm die Vorfreude das Kommando.
Eine Reise im Zeichen der Beharrlichkeit
Der Weg zu den Falklandinseln war alles andere als einfach. Bianca reiste gemeinsam mit Teilnehmern aus der gesamten Region, darunter Argentinien und Uruguay, sowie aus dem Vereinigten Königreich.
Ein erster Versuch im Januar musste wegen schlechten Wetters abgebrochen werden. „Wir mussten wieder nach Hause fliegen“, erinnert sie sich. Doch ein zweiter Anlauf im Februar war erfolgreich. Die lange Route führte über Santiago de Chile und Punta Arenas, bevor sie schließlich in Mount Pleasant landeten und Stanley erreichten. „Es war eine lange Reise, aber ich war die ganze Zeit über hellauf begeistert,“ erinnert sich Nuñez.
Es fühlte sich an wie in einem Film
Ihr erster Eindruck von den Inseln war unmittelbar und beeindruckend. „Die Bäume neigen sich in Windrichtung. Da wurde mir klar, wie stark der Wind dort wirklich ist,“ berichtet sie weiter.
Was folgte, war eine Reihe unvergesslicher Begegnungen mit der Natur. Pinguine, Seelöwen, Schafe, Ponys und Schopfkarakaras prägen die Landschaft und verwandelten jeden Augenblick in eine kinoreife Szene. Es fühlte sich an wie in einem Film.
Die Pinguine aus nächster Nähe zu sehen, war ein absolutes Highlight. Besonders angetan hatten es ihr die Felsenpinguine auf Sea Lion Island, die sie an Filme aus ihrer Kindheit erinnerten. Ein Moment blieb ihr besonders im Gedächtnis: Als sie Pinguine am Ufer fälschlicherweise für Delfine hielt.
Paraguay im Ausland repräsentieren
Während der gesamten Reise war sich Nuñez ihrer Rolle als Vertreterin Paraguays bewusst. „Es war mir eine Ehre“, sagt sie schlicht. In Gesprächen erzählte sie von der paraguayischen Kultur: Von der zweisprachigen Identität durch das Guaraní und traditionellen Gerichten wie Chipa und Sopa Paraguaya. „Vor allem aber habe ich die Herzlichkeit unserer Menschen und ihre Hilfsbereitschaft hervorgehoben,“ betont sie.
Zukunftspläne
Nach dieser prägenden Erfahrung denkt Nuñez bereits über ihr nächstes Ziel nach. Europa, und insbesondere das Vereinigte Königreich, stehen ganz oben auf ihrer Liste. „Ich möchte die Kultur, die Landschaften und die Geschichte dort erkunden,“ erklärt sie.
Vorerst trägt sie jedoch die Erinnerungen an die Falklandinseln mit sich – eine Erfahrung, die nicht nur ihren Horizont erweitert, sondern auch die Verbindung zu ihrer Heimat vertieft hat.
Wochenblatt / Asunción Times















