Finanzierung des Wahlkampfs

Während Kommunalpolitiker sich, im zur Wahlkampfzentrale umfunktionierten Amtssitz des Präsidenten, die Klinke in die Hand geben, um nach Zuschüssen für die Wahlkampfkasse aus dem privaten Geldbeutel von Herrn Cartes zu bitten, beklagt die Opposition, dass die ihnen zustehenden Wahlkampfmittel von der Regierung nicht ausgezahlt werden.

Aber das Andere vor dem Einen. Am Mittwochmorgen war zum Beispiel die Delegation aus San Pedro (Bild) auf Fundraising-Tour im „Haus des Chefs“ (Mburuvicha Roga) und am Nachmittag desselben Tages die Kandidaten aus Concepción.

„Der Präsident hat uns hat uns politische Unterstützung versprochen und er hat uns ebenfalls ökonomische Unterstützung gegeben, dafür war das Treffen da“, sagte ein freudestrahlender Luis Urbieta, Gouverneur von Concepción.

Der Gouverneur von San Pedro, Vicente Rodríguez, erklärte, dass zwar über die Parteikasse 1,3 Milliarden PYG offiziell für den Wahlkampf in sein Departement fließen, man aber generell einen persönlichen Einsatz des Staatschefs erwarte: „Der Präsident hilft uns immer. In unserem Fall kann ich nicht sagen in welcher Höhe. Er unterstützt jeden Kandidaten direkt, das hat er schon 2010 so gemacht, als er selbst noch nicht einmal Kandidat war.“

PLRA

Weniger entzückt gab sich der Senator Miguel Abdón Saguier, von der liberalen Partei (PLRA) am Donnerstag. Er beklagte, dass die Gelder von der Wahljustiz (TSJE) nicht ausgezahlt werden und seine Partei darauf angewiesen sei. Er drohte mit eine Klage vor der Organisation Amerikanischer Staaten.

Der Leiter der Wahlbehörde, Jaime Bestard, behauptete, die Gelder seien längst angewiesen, während das Finanzministerium die Auskunft gab, 60 Milliarden PYG seien für alle Parteien ausgezahlt worden und 17 Milliarden fehlten noch, ohne klar zu benennen wem dieser Betrag noch fehlt.

Bürgermeister von Asunción

Ebenfalls am Mittwoch unterzeichneten die Kandidaten für das Bürgermeisteramt von Asunción bei der TSJE eine Erklärung, transparent bei der Finanzierung ihres Wahlkampfes zu sein. Der Ex-Bürgermeister, Arnaldo Samaniego, gab bekannt über sieben Milliarden Guaranies für seine Kampagne zu verfügen, die sich aus Staatszuschüssen und privaten Zuwendungen zusammensetze.

Der Kandidat Mario Ferreiro gab sein Budget mit 2 Milliarden PYG an, die Mittel kämen aus Spenden und „menschlicher Unterstützung“. Der früher Dekan für Architektur der nationalen Universität und Mitbewerber, Ricardo Meyer, sprach von 100.000 USD, die er durch die Ausgabe von Boni, Spendenveranstaltungen und Geldleistungen von Bekannten und Familienangehörigen zusammenbrachte.

Quelle: Última Hora