Fragwürdige Landvergabe durch das Indert

Das Nationale Institut für Landentwicklung (Indert) hat die Aufgabe, Staatsland an bedürftige Familien zu verteilen, damit diese selber für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Dass dies nicht immer vollumfänglich gelingt zeigen Beispiele von Menschen, die neben Großgrundbesitz am Straßenrand kampieren.

Auch innerhalb der Institution sind Unstimmigkeiten aufgefallen. Eine der begünstigten Firmen ist Pabensa SA, im Besitz eines spanischen Unternehmers. Man weiß nicht genau wie viel Land die Firma besitzt, laut dem Geschäftsführer des Indert, Carlos Soler (Foto links) sind es etwa zwischen 60.000 und 70.000 Hektar, damit dürfte die Schwelle der Bedürftigkeit auch bei großzügiger Auslegung überschritten sein.

Da in Paraguay ein Gang zum Katasteramt oder zum konkurrierenden Grundbuchamt nicht unbedingt letzte Wahrheiten über die Eigentumsverhältnisse zu Tage fördern, hat man nun eine technische Kommission in den Chaco entsandt um die Anzahl und Beschaffenheit der Flurstücke der Firma zu zählen.

„Wenn so eine Art interne Untersuchung startet geht es um die Aufdeckung von Irregularitäten, da nach den Landvergabe-Richtlinien, sowohl den heutigen als auch den früheren, klar bestimmt ist, eine natürliche oder juristische Person darf nicht mehr als ein Los besitzen“, erklärte Soler.

Dem Indert wurde kürzlich ein Beratungsvertrag zwischen dem Eigentümer von Pabensa SA und dem Anwalt Santiago Rojas, dem Generalsekretär der Vorläuferorganisation des Indert, zugespielt. In dem Vertrag aus dem Januar 2013 geht es um 25.000 Hektar in der Kolonie Ñande Retã im Chaco, die unter Verwaltung des Indert stehen, und die der Anwalt auf die Namen von 10 Personen transferieren soll.

Fünf der 10 Landempfänger sind Mitarbeiter von Pabensa SA, somit besteht ein Verdacht, es könne sich um Strohmänner (prestanombres) handeln. Außerdem tauchte eine Vollmacht auf den Namen einer weiteren Mitarbeitern auf, mit der sie alle 10 „Bedürftigen“ juristisch vertreten kann.

In einem weiteren Fall erhielt Pabensa SA im Jahr 2005 direkt 8.000 Hektar vom Indert zugesprochen. Dies steht im direkten Widerspruch zu den Statuten, die eine Vergabe an Aktiengesellschaften verbieten.

Das Foto zeigt den Geschäftsführer (links) und den Vorsitzenden des Indert, Justo Cárdenas (2. von links).

Quelle: Última Hora

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2 Kommentare zu “Fragwürdige Landvergabe durch das Indert

  1. Gut , wenn solche Sachen aufgedeckt werden , und auch mal etwas passiert ,
    um dieses Uebel zu beseitigen.
    Aber wem bringt es nutzen , wenn Land im Chaco wieder an Campesinos verteilt
    wird ?
    Wieviele dieser angeblich Landlosen ginge denn freiwillig dorthin ?
    Selbst Antebi Cue war doch ein reinfall , weil dort keiner hin wollte.

    …..und weiss zufaellig einer , wo ueberhaupt in PY oder in einem anderen
    Land Suedamerikas eine Bodenreform funktioniert hat ???

    1. Auf den Minigrundstuecken welche die Armen bekommen kann man nicht kostendeckend produzieren. Das hat schon in der Ukraine nichts gebracht. Und selbst wen sich mehrere zusammentun brauchen sie Transport und Logistik zu irgendeinem Absatzmarkt. Ausserdem verhindern solche Grundsstuecke am Arsch der Welt, das die Leute die oertliche Flexibilitaet haben um dorthin zu ziehen wo die wirklich guten Jobs sind, in der Naehe von Industrie und Stadt. Wen ich Paraguay waere wuerde ich auf bessere Bildung und den Standortvorteil niedrige Lohnkosten setzen um Industrie ins Land zu locken. Allerdings waren die Asiaten da schneller und die Rechstsicherheit laesst zu wuenschen uebrig. Na ja, vielleicht bleiben sie doch besser bei Yerba Mate und Moringa…

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